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  FAQ: Was Sie schon immer über Tapire wissen wollten und nie zu fragen wagten
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 21:57 Uhr
 
 
Hintergrund




Viele Menschen kennen Tapire nur aus Büchern oder von Tierfilmen. Selbst ein Besuch im Zoo lässt noch einige Fragen offen. Deshalb versuchen wir hier Antworten auf die häufigsten Fragen zu geben.







Wie groß ist ein Tapir?

Die Vorstellungen schwanken zwischen der Größe von Katzen und Kühen. Neugeborene Tapire sind nicht viel größer und schwerer als eine Katze, während ausgewachsene Tiere an Größe und Gewicht ein Schwein übertreffen. Ein Tapir reicht einem 1,80 Meter großen Menschen etwa bis zur Hüfte. Wenn er sich auf die Hinterbeine stellt, misst er allerdings gut 2,50 Meter.


Wie alt können diese Tiere werden?

Gemessen an Tieren vergleichbarer Größe erreichen Tapire ein recht hohes Alter. Einige Tiere leben im Zoo über 30 Jahre. Die meisten sterben allerdings früher. Abnehmende Leistung, Zahnausfall, Verletzungen oder Krankheiten reduzieren die Lebenserwartung. Im Freiland sind diese Gefahren größer als in Menschenobhut.


Wer sind ihre nächsten Verwandten?

Ihre Verwandtschaft sieht man Tapiren nicht ohne weiteres an. Aufgrund von Verhalten, Körperbau, Genetik und Entwicklungsgeschichte gehören sie zu den Unpaarhufern wie Nashörner und Pferde. Man könnte sie scherzhaft als „Keinhörner“ bezeichnen. Ähnlichkeiten mit Ameisenbären, Schweinen oder Elefanten sind rein zufälliger Natur.
> Merkmale und Evolution


Was fressen Tapire?

Tapire sind viel zu groß, um sich von Ameisen zu ernähren, was viele irrtümlich glauben. Wie alle Unpaarhufer bevorzugen sie pflanzliche Kost: Heu, Blätter, Obst und Gemüse. Mit ihrem Rüssel können sie Zweige pflücken und ins Maul führen, wo sie die kräftigen Zähne zermahlen. Hin und wieder verzehren sie auch ein Stück Fisch oder Fleisch. (Vorsicht Finger!)
> Lebensweise und Zahlen & Fakten


Wozu dient die eigenartige Färbung beim Schabrackentapir?

Schabracke bedeutet so viel wie Sattel. Die weiße Körpermitte sorgt für eine optische Unterbrechung des Körperumrisses und macht das Tier bei wechselnden Lichtverhältnissen schwerer sichtbar. Man braucht sich nur einen Tapir im Halbschatten oder vor einem Steinhaufen anzuschauen, um diesen Effekt zu erkennen. Das Flecken- und Streifenmuster der Jungtiere erfüllt einen ähnlichen Zweck.
> Lebensweise und Name & Mythos


Welche Geräusche machen Tapire?

Zur Begrüßung verwenden die Tiere einen stimmlosen Klicklaut, der wie ein Schluckauf klingt. Als Kontaktruf und bei Erregung stoßen sie schrille Pfiffe von unterschiedlicher Intensität aus, die über eine größere Entfernung zu hören sind. Außerdem können Tapire schnauben. Hin und wieder hört man sie auch schnarchen oder nach dem Genuss von Lauch pupsen.


Welchen Geruch strömt ein Tapir aus?

Es ist nicht immer einfach, zwischen dem Eigengeruch der Tiere und dem der unmittelbaren Umgebung zu unterscheiden. Da Tapire gerne ins Wasser koten, kann es vor allem in Zoogehegen entsprechend unangenehm duften. Die Tiere selbst sollen nach einer treffenden Beschreibung wie eine Kiste voller Salatköpfe riechen.


Wie fühlt sich ein Tapir an?

Tapire haben kurze, borstige Haare, die den Körper nur spärlich bedecken. Der Rüssel ist weicher (wie eine Pferdeschnauze) und an seiner Spitze feucht. Die Haut ist ölig und sondert feinen Schorf ab. Sie fühlt sich ein wenig wie eine benutzte Fußmatte an. Die Unterhaut, aus der man Leder gewinnen kann, ist derb und wirkt wie ein leichter Panzer. Zum Kuscheln eignen sich nur Bergtapire, die eine dünnere, zarte Haut und ein dichteres, wolliges Fell besitzen.


Warum bekommt man so selten Jungtiere zu sehen?

Tapirbabys sind, wie die meisten jungen Tiere, besonders ansprechend. Allerdings ist die Jugend mit der besonderen Färbung nur ein kurzes Stadium im Leben eines Tapirs. Da sich nicht alle Tapire regelmäßig fortpflanzen und nach einer Tragzeit von 13 Monaten meist nur ein Junges zur Welt bringen, muss man oft recht lange auf dieses Ereignis warten.


Warum werden Tapire im Zoo oft alleine gehalten?

Im Umgang mit Artgenossen sind Tapire ziemlich wählerisch. Einige Individuen vertragen sich überhaupt nicht oder nur für kurze Zeit mit Partnern. Außerdem werden Väter oft von Müttern und ihrem Nachwuchs getrennt, um mögliche Streitereien auszuschließen, die zu Verletzungen führen könnten.
> Tierhaltung


Sind diese Tiere gefährlich?

Manche Tapire werden zahm wie Hunde und genießen jede Streicheleinheit. Ihre ruhige Erscheinung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tapire – auch ohne erkennbaren Grund – überraschend aggressiv werden können. Mit ihren scharfen Zähnen und der Wucht ihres massigen Körpers können sie Menschen schwer verletzen und in einigen Fällen sogar töten.
> Geschichten


Kann man sie als Haustiere halten?

In Asien und Südamerika werden junge Tapire gelegentlich als Haustiere gehalten. Oft wandern sie in diesem Fall in den Kochtopf, wenn sie nicht vorher an falscher Ernährung sterben. Ausgewachsen passen sie in keine Wohnung und sind am besten in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben. Im Gegensatz zu Schweinen oder Pferden wurden Tapire nie domestiziert, d.h. nicht für ein Leben mit Menschen gezüchtet.
> Geschichten


Wodurch sind Tapire am meisten gefährdet?

Die größte Gefahr geht von der Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums aus. Landwirtschaftliche Plantagen und Viehhaltung beanspruchen immer größere Flächen. Tropische Wälder fallen auch dem Bau von Siedlungen und Straßen zum Opfer. Tapire stehen zwar unter Schutz, leben aber häufig außerhalb von geschützten Gebieten.
> Gefährdung


Kann man Tapire essen?

Tapire werden in einigen Regionen wegen ihres Fleisches gejagt, das ähnlich wie  Rindfleisch schmecken soll. Eine Delikatesse sind sie nicht gerade. Ihre Größe macht sie jedoch für die einheimische Bevölkerung zu einer lohnenden Beute: ein Tier kann eine ganze Familie … ernähren. Offiziell ist die Bejagung verboten.
> Gefährdung


Warum sollte man Tapire schützen?

Je besser wir diese Tiere erforschen können, desto mehr erfahren wir über ihre Bedeutung: Als große Pflanzenfresser beeinflussen sie das Wachstum tropischer Wälder durch Fraß, Dung und die Ausbreitung von Samen. Welche Auswirkungen ihr Verschwinden auf das sensible Gleichgewicht haben würde, können wir nicht abschätzen.
> Lebensweise, Zahlen & Fakten und Gefährdung


Wie lange gibt es schon Tapire auf der Erde?

Tapire sind eine recht alte Gruppe innerhalb der Säugetiere. Sie haben sich vor rund 50 Millionen Jahren parallel zu den Urpferden entwickelt. Unsere eigenen Vorfahren waren damals nicht größer als Eichhörnchen und sprangen noch von Baum zu Baum. Tapire waren in früheren Epochen weiter verbreitet als heute. Überreste hat man z.B. in Schiefer- und Teergruben bei Darmstadt und Los Angeles gefunden.
> Evolution


Warum gibt es diese Tiere?

Tapire sollte jeder nach seiner Gesinnung als Produkt der natürlichen Evolution oder der Schöpfung verstehen und akzeptieren. Sie haben bereits lange auf der Erde gelebt, bevor es Menschen gab. Als Teil eines Ökosystems erfüllen sie eine Rolle, die wir gerade erst zu verstehen beginnen.


Wie kommt man zu einem Tapir als Lieblingstier?

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Die Gründe, weshalb Menschen auf Tapire aufmerksam werden, sind sehr unterschiedlich: ein Besuch im Zoo, ein Referat für die Schule, ein Kinofilm, ein Streit mit dem Partner… Bei näherer Beschäftigung mit diesen Tieren stellen dann einige fest, dass es sich um beeindruckende Wesen handelt und schließen sie ins Herz.


Wissensdurstige finden im Abschnitt Zahlen & Fakten Antworten auf weitere Fragen.



 
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