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Kategorie: Lebensweise

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Lebensweise: Sauna - Vegetarier - Single
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:35 Uhr
 
  Biologie
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Lebensraum und Lebensweise

Tropische, immergrüne Wälder sind der bevorzugte Lebensraum von Tapiren. Ihre gedrungene Gestalt, die kleinen, tief sitzenden Augen und der kurze Schwanz eignen sich hervorragend zur Fortbewegung im dichten Unterholz. Mit ihren weichen Sohlenpolstern bewegen sich die Tiere praktisch lautlos auf dem Waldboden und überwinden dank der beweglichen Hufe selbst steile Böschungen und andere Hindernisse mit Geschick.



Zwischen natürlicher Vegetation sind Tapire hervorragend getarnt.



Tapire sind vor allem in der Dämmerung aktiv und verbringen die heißen Stunden des Tages ruhend im Dickicht verborgen. Ihr dunkles, erdfarbenes Fell tarnt die Tiere zusätzlich. Die weiße Körpermitte des schwarz gefärbten Schabrackentapirs löst die Körperumrisse im Wechsel von Licht und Schatten auf (Somatolyse); dieser Effekt ist besonders gut bei Mondschein wirksam.

Die Tiere nutzen zum Teil feste Pfade (Wechsel), die wie Tunnel durch das Buschwerk führen und häufig am Ufer von Flüssen direkt ins Wasser münden. Tapire können hervorragend schwimmen und tauchen und suchen das Wasser zur Abkühlung und zum Schutz vor Feinden und Parasiten auf. Ihr gut ausgeprägter Geruchssinn hilft ihnen bei der Suche nach Nahrung und bei der frühzeitigen Erkennung von Feinden.


Ernährung und Feinde

Als Nahrung dient eine vielseitige Pflanzenkost aus Blättern, Zweigen, Früchten, Gräsern und Wasserpflanzen, von denen sie jeweils gezielt kleinere Mengen auswählen. Dieses Verhalten sorgt für eine ausgewogene Ernährung und schützt vor möglichen Vergiftungen. Besonders schmackhafte junge Triebe finden sie auf Lichtungen oder in Ufernähe. An Salzlecken werden lebenswichtige Mineralstoffe aufgenommen. Nach verschiedenen Berichten fressen Tapire gelegentlich auch etwas Fleisch oder Fisch (Aas).

Als Pflanzenfresser (Herbivoren) beeinflussen Tapire die Entwicklung des Waldes, zum einen durch Niedertrampeln und Verzehr von Pflanzenteilen, zum anderen durch die Ausbreitung von Samen und Früchten. Von abgebrochenen Zweigen profitieren kleine Hirsche wie Muntjaks oder Pudus, für die diese Nahrung sonst nicht erreichbar wäre. Die Samen mancher Bäume und Sträucher keimen besser, wenn sie von Tapiren unzerkaut geschluckt und an anderer Stelle mit dem nährstoffreichen Kot wieder ausgeschiedenen werden.

Ausgewachsene Tapire haben als Feinde vor allem Tiger, Leoparden oder Jaguare zu fürchten. Bei Gefahr ergreifen Tapire meist die Flucht und preschen abseits ihrer Pfade durchs Gebüsch, bis sie ihre Verfolger abgeschüttelt haben. Die dicke Haut im Nacken hilft, Attacken von Raubkatzen abzuwehren. Oberflächliche Wunden, die sie sich durch Bisse, Tatzenhiebe oder Vorbeischrammen an spitzen Zweigen zuziehen, verheilen meist schnell. Die größte natürliche Bedrohung für diese Tiere stellen die Aktivitäten von Menschen dar.


Sozialverhalten und Fortpflanzung

Tapire leben überwiegend als Einzelgänger. Die intensivste Bindung besteht zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs. In einigen Fällen bleiben auch Paare außerhalb der Fortpflanzungszeit zusammen. An wichtigen Futter- oder Wasserstellen treffen gelegentlich mehrere Tiere zusammen. Verstreut lebende Partner finden sich im dichten Wald aufgrund von Duftmarken (Kot, Urin) und schrillen Pfiffen, die vor allem paarungsbereite (brünstige) Weibchen äußern.





Nach 13 Monaten Tragzeit bringen Weibchen an einem geschützten Platz ein einzelnes Jungtier zur Welt. Es verbringt die ersten Tage in einem Versteck, wo es von der Mutter gesäugt wird. Das frischlingsartige Flecken- und Streifenmuster gleicht Lichtflecken auf dem dunklen Waldboden und dient der Tarnung. Später begleitet das Jungtier die Mutter auf ihren Ausflügen, bis es nach etwa einem Jahr eigene Wege geht.


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