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Kategorie: Evolution

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Evolution: Auch Tapire haben einmal klein angefangen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:29 Uhr
 
  Biologie
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Frühe Entwicklung

Tapire erscheinen dem Betrachter wie Relikte aus einer vergangenen Zeit. Tatsächlich sind sie von allen Unpaarhufern am ursprünglichsten geblieben und werden deshalb auch als Lebende Fossilien bezeichnet. Zu den ursprünglichen Merkmalen zählen zum Beispiel die Ausprägung der Füße und des Gebisses. Die Zahl der Zehen und Zähne von Tapiren ist mit denen der Urpferde (Hyracotherium) identisch.

In Gestalt und Lebensweise ähnelten die Vorfahren der Tapire den Urahnen der Pferde sehr stark. Beide waren kleine Waldbewohner, deren Ursprung vor rund 50 Millionen Jahren (Eozän) in Europa und Nordamerika lag. Aus der einen Linie gingen die späteren Nashörner und Tapire hervor (Unterordnung Ceratomorpha), während sich die andere Linie zu den Pferdeartigen entwickelte (Unterordnung Hippomorpha).

Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Gruppen ist anhand von Fossilfunden nachvollziehbar. Den Urtapiren fehlte der typische Rüssel, was ein vollständig erhaltenes Skelett aus der Grube Messel bei Darmstadt belegt. Veränderungen traten bei späteren Formen vor allem an Schädel und Gebiss auf. Seit etwa 25 Millionen Jahren (Oligozän) sind die typischen Tapirmerkmale vorhanden.


Ausbreitung und Artbildung

Ein relativ warmes, feuchtes Klima und bestehende Landverbindungen über den Nordatlantik bzw. die Beringstraße ermöglichten vor rund elf Millionen Jahren (Miozän) die Ausbreitung zahlreicher Arten über Europa, Asien und Nordamerika. Nach Südamerika gelangten Tapire erst nach Entstehung des Isthmus von Panama vor etwa drei Millionen Jahren (Pliozän). Zu Beginn der Eiszeiten vor rund 1,8 Millionen Jahren (Pleistozän) starben die meisten Formen in Europa und Nordamerika aus.

Die überlebenden Vertreter wanderten nach Mittel- und Südamerika bzw. nach Südostasien ab. Dies erklärt die heute weit voneinander getrennten (disjunkten) Verbreitungsgebiete der amerikanischen und asiatischen Tapire. Bis in die jüngere Zeit lebten weitere Tapirarten auf der Halbinsel Florida sowie auf den Inseln Sumatra und Java. In China existierte eine Großform, die doppelt so schwer wurde wie der Schabrackentapir.





Verbreitungsgebiete der vier heute existenten Tapirarten. Die Ausbreitungswege dieser und weiterer, bereits ausgestorbener Formen sind mit Pfeilen markiert.



Molekulargenetische Untersuchungen belegen die engste Verwandtschaft zwischen Flachland- und Bergtapir. Die drei amerikanischen Arten sind wahrscheinlich näher miteinander verwand als mit dem Schabrackentapir aus Asien. Trotz der langen eigenständigen Entwicklung gibt es genügend Gemeinsamkeiten, um alle vier Arten unter dem Gattungsnamen Tapirus zusammenzufassen.

Während sich Vertreter der verwandten Nashörner und Pferde an neu entstandene Graslandschaften angepasst haben, sind Tapire dem Lebensraum Wald treu geblieben. Mit Hilfe ihres Rüssels haben sie neue Nahrungsquellen erschlossen und sich gegen die Konkurrenz der wiederkäuenden Paarhufer behauptet.

Trotz ihrer langen Geschichte und altertümlichen Erscheinung sind die heute lebenden Tapire unsere Mitbewohner in der Gegenwart. Sie werden auch weiterhin aus eigener Kraft verstehen zu überleben, sofern wir ihnen die Voraussetzungen dafür nicht entziehen.


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