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Kategorie: Name & Mythos

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Name & Mythos: Missverständnisse, Mutmaßungen und Magie
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 22:12 Uhr
 
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Namensgebung

Der Name Tapir ist auf die indianische Tupi-Sprache zurückzuführen und bedeutet so viel wie „dick“. Damit ist die dicke Haut dieser Tiere gemeint, die von den Eingeborenen als Leder genutzt wird. In der Guaraní-Sprache bezeichnet „tapchire“ ein Tier mit großem Rumpf und kurzen Beinen, das in enger Beziehung zum Wasser steht und übel riecht.

Wissenschaftler leiteten von diesen Begriffen die latinisierte Form „Tapirus“ ab. Der Name „Tapir“ ist heute bei einheitlicher Schreibweise, aber durchaus unterschiedlicher Betonung, weltweit eingeführt. In der deutschen Sprache findet man als Artikel der oder das Tapir. Für die geringe Beschäftigung mit diesen Tieren spricht das Fehlen eindeutiger Bezeichnungen für Männchen, Weibchen und Jungtiere, wie man sie von Nashörnern (Bulle, Kuh, Kalb) kennt.

Die in portugiesisch oder spanisch sprechenden Ländern häufig verwendete Bezeichnung „Anta“ oder „Danta“ geht auf europäische Einwanderer zurück, die unbekannten Tieren in der Neuen Welt Namen von ihnen bekannten Tierarten gaben: Anta bedeutet Elch, der wie der Tapir ein großes, waldbewohnendes Tier mit auffallend gekrümmter Nase ist und sich gerne in Sumpfgebieten aufhält.

In verschiedenen Sprachen existieren Dutzende von Namen, die zum Teil auf andere Tierarten anspielen. In China nennt man den Tapir auch „Me“, in Indonesien „Badak“ (Nashorn). Die amerikanischen Arten beschreiben Begriffe wie „jimba kush“ (Bergpferd), „cash-i-tzimin“ (Pferd des Dschungels), „sacha vacha“ (wilde Kuh), „mountain cow“ (Gebirgskuh) oder „gran bestia“ (großes, wildes Tier).

Der Name „Schabrackentapir“ bezieht sich auf den Vergleich mit einem schwarzen Reitpferd, dem eine weiße Prunkdecke über den Rücken gelegt wurde. Eine alte, schrullige Frau ist damit eigentlich nicht gemeint. In älterer Literatur taucht für den Schabrackentapir auch der Name Rhinochoerus (Nasenschwein) auf.


Mythos

Der thailändische Name „P'som-sett“ (Mixtur) für den Schabrackentapir geht auf einen alten Volksglauben zurück, nach dem der Schöpfer den Tapir aus den Resten geformt haben soll, die nach der Vollendung aller anderen Tiere übrig geblieben waren. In einigen Regionen Indonesiens gelten die weißen Körperteile als genießbar und die schwarzen als giftig. In Myanmar (Burma) glaubte man, der Genuss des Fleisches könne Lepra verursachen.

Von der vielfältigen Tierwelt und ihrer Bedeutung für die Ureinwohner Südamerikas zeugen großflächige Felszeichnungen auf dem Cerro Pinturas in den kolumbianischen Amazonaswäldern. Sie werden auf über 500 Jahre geschätzt. Auf einer ca. 25 m hohen und 50 m breiten Fläche sind auch zwei lebensgroße Tapire abgebildet.





Die Felszeichnungen in Kolumbien versetzen Betrachter in Erstaunen. Foto: Aldo Brando.



Ein Fabeltier, das in bezug zum Urelefanten Mastodon steht, verlieh dem Bergtapir den Namen „Pinchacus“. Die Inkas pflegten über 2000 Jahre lang einen Tapir-Kult. Schamanen schrieben den unsymmetrischen Füßen magische Kräfte zu. Der große Penis brachte den Tapir in den Ruf eines Verführers („Macho de Monte“). Verhaltensweisen wie laute Schreie und Versprühen von Urin stellten außerdem einen Bezug zur Epilepsie her, die gleichsam als Ausdruck dämonischer und göttlicher Energie galt.

Verkrusteten Einschlüssen aus dem Darm von Tapiren (Enterolithen) schrieb man eine heilende Wirkung gegen Epilepsie zu. Der Aberglaube hat in der Volksmedizin bis heute überlebt, wenn sich bisweilen auch ein Bedeutungswandel vollzogen hat. Amulette aus Knochen und Zähnen gelten heute in Ecuador als Glücksbringer für Erfolg in Liebe und Beruf.


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