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Kategorie: Aufgaben

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Aufgaben: Von der Menagerie zum Naturschutzzentrum
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Mittwoch, 20. August 2003, 17:07 Uhr
 
  Zoohaltung
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Ziele und Methoden

Die meisten Menschen kennen Tapire aus Zoologischen Gärten. Zoos sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Tier und Mensch. Als kulturelle Einrichtungen mit hohem Freizeitwert können sie große Teile der Bevölkerung für wilde Kreaturen begeistern und den Naturschutzgedanken fördern. Die vier Bereiche Bildung, Erholung, Forschung und Naturschutz stellen die Schwerpunkte der Arbeit dar.

Ziele und Methoden für die Zoos des 21. Jahrhunderts sind in der Weltzoonaturschutzstrategie formuliert. In Europa sorgen zudem verschärfte Richtlinien für die Erfüllung gewisser Mindestvoraussetzungen. Konnten sich Tiergärten in den Anfängen auf das Sammeln und zur Schau stellen von exotischen Kuriositäten beschränken, müssen sich moderne Haltungen einer wachsenden Verantwortung für ihre Schützlinge stellen und den geforderten Bildungsanspruch erfüllen.

Dies wirkt sich auf die Auswahl der Tierarten und die Gestaltung der Gehege aus. Der Trend führt zu weniger Arten, die in einer zunehmend naturnahen Umgebung gezeigt werden. Nicht nur die Zucht vom Aussterben bedrohter Arten im Zoo (ex situ), sondern vor allem auch die aktive Unterstützung von Naturschutzprojekten vor Ort in verschiedenen Ländern (in situ) zählen Zoologische Gärten heute zu ihren wichtigsten Aufgaben.


Zuchtplanung

Alle vier Tapirarten werden in Zoos gehalten, sind jedoch sehr unterschiedlich repräsentiert. Vom Bergtapir leben nur wenige Exemplare in den USA und in Kanada. Geringe Fortpflanzungserfolge und Inzucht haben zu der Einsicht geführt, sich in Zukunft verstärkt für die Erhaltung dieser Art in ihren letzten Rückzugsgebieten in Ekuador und Peru zu engagieren.





Nur in ganz wenigen Zoos vertreten - der Bergtapir.



Flachlandtapire sind in Europa die mit Abstand am häufigsten anzutreffende Art, da sie sich leichter fortpflanzen und gut mit anderen Tierarten vergesellschaften lassen. Baird’s-Tapire gibt es in Europa nur in Wuppertal, sonst sind sie vor allem in USA und Mittelamerika zu sehen. Schabrackentapire lassen sich am besten in Asien halten, sind aber auch in Europa und USA zahlreich vertreten.

Haben Zoos ihren Tierbedarf früher durch Entnahmen aus der Natur gedeckt, gelangen heute praktisch keine Wildfänge mehr in diese Institutionen. Zur Koordination von sich selbst erhaltenden Beständen (Populationen) haben Zoos internationale Zuchtprogramme eingerichtet. Der Tiergarten Nürnberg führt z.B. seit 1989 das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Schabrackentapire.

Zuchtbücher enthalten Angaben zu Geburten, Todesfällen, Herkunft und Austausch aller Individuen der teilnehmenden Einrichtungen. Alterspyramiden, Geschlechterverteilung und Verwandtschaftsanalysen helfen bei der Zuchtplanung. Die Europäische (EAZA) und die Amerikanische Zoovereinigung (AZA) haben für Tapire jeweils ein eigenes Gremium, die sogenannte Taxon Advisory Group (TAG), zur Beratung von Haltungsfragen geschaffen.

Die meisten Tapire leben (noch) in freier Wildbahn. Zoos brauchen für sie keine „Arche“ zu bilden wie für Wildpferde (Equus ferus przewalskii) und Davidshirsche (Elaphurus davidianus), die im Freiland ausgestorben sind. Ihre Zucht muss nicht unmittelbar der Arterhaltung mit dem Ziel einer möglichen Auswilderung dienen. Die Haltung von Tapiren in Menschenhand sollte daher vor allem den Zweck erfüllen, diese Tiere als bedeutende Repräsentanten des Ökosystems Tropischer Regenwald vorzustellen.


Weitere Informationen

Begegnung: Zoos mit Tapirhaltungen
Links: Zooseiten, Zooverbände etc.


 



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