4TAPIRS
 
 
Home

Service

Steckbrief

Biologie

Naturschutz

Forschung

Sprachauswahl
Sprache auswählen:


Kategorie: Fragen

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Fragen: Was wollen wir wissen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 19. Januar 2004, 19:28 Uhr
 
  Forschung
2178 Aufrufe




Die Zahl der Tapir-Projekte ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Dabei werden sowohl Grundlagenforschung in Feld und Zoo betrieben als auch angewandte Aspekte der Ökologie und Wildtierhaltung untersucht. Verbesserte technische Voraussetzungen erweitern heute das Spektrum möglicher Fragestellungen. Doch auch klassische Methoden können noch neue Erkenntnisse liefern.


Forschen im Feld

Feldprojekte spielen eine wichtige Rolle bei der Erforschung von Tapiren. Eine wachsende Zahl an Studien widmet sich den Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum, wo noch erstaunlich wenig über ihre Lebensweise und Bedürfnisse bekannt ist.

Fährten, Fraßspuren, Dunghaufen und Knochen verraten viel über ihre Urheber, wenn eine direkte Beobachtung nicht möglich ist. Fotofallen erlauben die Identifizierung von geblitzten Individuen. Zur genaueren Verfolgung mittels Radiotelemetrie oder GPS (letzteres eignet sich nur in wenig bewaldetem Gelände) müssen die Tiere zum Anbringen eines Senders gefangen werden. Bei dieser Gelegenheit führt man auch Messungen und medizinische Untersuchungen durch.

Die unterschiedlichen Methoden, zu denen molekulargenetische Analysen von Blut-, Haar- oder Kotproben ebenso zählen wie die Befragung der einheimischen
Bevölkerung, liefern wertvolle Informationen.

Populationsdichte, Ab- und Zuwanderung, Alters- und Geschlechtsverteilung sowie bevorzugte Aktivitätszeiten unterscheiden sich in Regionen mit und ohne Bejagung. Die Größe von Territorien (home ranges), Fortpflanzungsrate, Mortalität, Überlebensrate von Jungtieren und Verwandtschaft zwischen Individuen sind bei der Bewertung von Schutzgebieten zu berücksichtigen.

Bevorzugte Nahrung, Einfluss auf die Vegetation durch Fraß- und Trittschäden oder durch Ausscheiden von Samen helfen, die ökologische Bedeutung abzuschätzen. Qualität des Lebensraums, Aktivitätszeiten, Nahrungsbedarf und Zusammenleben mit Artgenossen ergänzen das Allgemeinwissen und ermöglichen die Planung einer verhaltensgerechten Tierhaltung.


Forschen im Zoo

Zootiere eignen sich aufgrund leichter Identifiziebarkeit, bekannter Geschichte und guter Beobachtbarkeit zur Klärung grundlegender Fragen unter relativ gut kontrollierbaren Bedingungen. Einige dieser Erkenntnisse helfen beim Umgang mit wildlebenden Tieren.

Hinweise zur Diagnose von Krankheiten oder Trächtigkeit, zum Einsatz von Narkose- und Beruhigungsmitteln und zur richtigen Ernährung resultieren aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit den Tieren. Inwieweit Ergebnisse der besser untersuchten, verwandten Gruppen der Nashörner und Pferde auf Tapire übertragbar sind, muss zum Teil noch geprüft werden.

Lautäußerungen, Bewegungsmuster, Blutwerte und Hormonspiegel lassen sich mit Aufnahme- und Labortechniken analysieren. Physiologische Prozesse, die Partnerwahl und Fruchtbarkeit beeinflussen, mögliche Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit, 24-Stunden-Rhythmus oder die Existenz und Bedeutung von Hautdrüsen sind noch nicht ausreichend geklärt.

Die vergleichende Verhaltensforschung deckt zum Beispiel die Bandbreite der sozialen Umgangsformen, Intensität von Mutter-Kind-Beziehungen, Funktionen des Rüssels, Art der Nahrungsaufnahme, Motivationen für Wasseraufenthalte und Tauchdauer auf, die im natürlichen Lebensraum meist verborgen bleiben.

Möglichkeiten zur Lebensraumbereicherung (environmental enrichment) und die Haltung mit anderen Tierarten kann man unter Zoobedingungen testen. Auch die Beobachtung und Befragung von Zoobesuchern ist ein Mittel, von dem die Tierhaltung profitieren kann.


Weitere Informationen

Projekte
Biologie: Lebensweise



Diesen Beitrag weiterempfehlen Druckerfreundliche Ansicht
 

Partner

Zoohaltung

Begegnung

Fundgrube

Hintergrund

Impressum

User's Login







Das Außergewöhnliche vor der Ausrottung schützen!