4TAPIRS
 
 
Home

Service

Steckbrief

Biologie

Naturschutz

Forschung

Sprachauswahl
Sprache auswählen:


Kategorie: Maßnahmen

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Maßnahmen: Eine Chance für die Zukunft
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Samstag, 10. Januar 2004, 16:30 Uhr
 
  Naturschutz
2269 Aufrufe




Bedeutung und Maßnahmen

Tapire sind seit Millionen von Jahren ein Bestandteil von tropischen Wäldern. Diese sensiblen Ökosysteme beherbergen nicht nur zahllose Lebensformen einschließlich Nutz– und Arzneipflanzen, sondern beeinflussen aufgrund der großflächigen Sauerstoffproduktion, Kohlenstoffbindung und Wasserspeicherkapazität auch das Klima. Der Schutz von Tropenwäldern und ihrer Bewohner ist daher ein Schutz für Luft, Trinkwasser, Nahrung und Medizin.

Nur wenn wir ihren Lebensraum erhalten, haben Tapire auf Dauer eine Chance zum Überleben. Mit der Ausweisung von Schutzgebieten können wir den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit schaffen. Gleichzeitig müssen Kontrollen verhindern, dass dort Abholzung und Bejagung stattfinden. Um dies zu erreichen, verhandeln Naturschützer von nationalen und internationalen Organisationen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft.


Voraussetzungen

Schutzgebiete sind nur dann hilfreich, wenn sie eine größere Zahl an Tieren beherbergen können und über Korridore miteinander vernetzt sind, die eine geschützte Wanderung zwischen getrennten Gebieten ermöglichen. Tapire verlassen nämlich ihre Refugien auf der Suche nach Partnern, Nahrung und neuen Revieren. Auf ihrem Weg durch Felder und Dörfer sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt.

Um wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen zu können, müssen wir wissen, welche Lebensräume für Tapire geeignet sind, in welchen Gebieten sie heute noch vorkommen, wie viel Raum die Tiere benötigen und wie weit sie sich an verändernde Umweltbedingungen anpassen können. Aus manchen Regionen, die als geeignet erschienen, sind Tapire verschwunden, an anderen Orten, wo sie als verschollen galten, sind sie wieder aufgetaucht.

Die Tapir Specialist Group und Partnerorganisationen sind bestrebt, in allen Staaten mit bekannten oder vermuteten Tapirvorkommen möglichst genaue Bestandsanalysen durchzuführen. Da die Tiere nur schwer zu finden sind, ist man oft auf indirekte Hinweise und Schätzungen angewiesen. Die aktuellen Daten fließen in einen Aktionsplan (Action Plan) ein, der konkrete Projekte und grundsätzliche Ziele zum Schutz von Tapiren in ihrem Lebensraum aufzeigt.


Tabus und Signale

Die Ziele des Artenschutzes lassen sich nur gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung erreichen. Aufklärung über die ökologische Bedeutung von Tapiren und die Risiken ihrer Ausrottung stehen dabei an erster Stelle. Ein völliges Jagdverbot ist zum Teil nicht durchsetzbar, da die Menschen ihren Wald nur so lange schützen, wie er ihnen als Nahrungsgrundlage dient.

Die Nasa Wesh Indianer in Kolumbien haben eine enge Beziehung zu Tapiren.
Foto: Nasa Wesh Privatarchiv, mit freundl. Genehmigung von Franz Kaston Flórez


Einwohner, die von der Jagd leben, müssen von einer nachhaltigen Nutzung überzeugt werden, die traditionell durch Tabus gewährleistet war. Die Uitoto Indianer aus Kolumbien glauben zum Beispiel, dass von Tapiren verzehrte giftige Blätter und Früchte ihre Wirkung auf Menschen übertragen. Schabrackentapire werden von der moslemischen Bevölkerung wegen ihrer Ähnlichkeit mit Schweinen überwiegend verschont.

Wenn Tapire an Bekanntheit und Beliebtheit gewinnen, können sie als Flagschiff für ihren Lebensraum dienen. Die amerikanischen Arten sind in ihrem Verbreitungsgebiet immerhin die größten heimischen Waldbewohner und damit (ge)wichtige Botschafter für den Naturschutz. Der Schabrackentapir hat in Asien mit Elefanten, Nashörnern und Tigern prominentere Mitbewohner, sticht aber durch seine ungewöhnliche Färbung hervor.


Weitere Informationen

Hilfe
Oranisationen



Diesen Beitrag weiterempfehlen Druckerfreundliche Ansicht
 

Partner

Zoohaltung

Begegnung

Fundgrube

Hintergrund

Impressum

User's Login







Das Außergewöhnliche vor der Ausrottung schützen!