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Kategorie: Gefährdung

In dieser Kategorie sind folgende Beiträge:
  Gefährdung: Was Tapiren das (Über-)Leben schwer macht
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 21:24 Uhr
 
  Naturschutz
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Aktuelle Bedrohung

Wo die menschliche Zivilisation ihre Aktivitäten entfaltet, schwinden die Lebensgrundlagen und Rückzugsmöglichkeiten für viele wild lebende Tier- und Pflanzenarten. So stellt die Zerstörung ihres Lebensraumes auch für Tapire die größte Gefahr dar. Tropische Regionen sind als klimatisch begünstigte Anbaugebiete besonders attraktiv, aber auch besonders anfällig für Störungen. Einmal gerodete Wälder regenerieren wegen der nährstoffarmen Böden nur schwer.

Brandrodung zur Viehhaltung und Plantagenwirtschaft, Bergbau, Straßenbau, Industrie und Wohnsiedlungen verbrauchen Flächen, die ursprünglich von Wald bedeckt waren. In zahlreichen Ländern der Tropen hat die bewaldete Fläche in den letzten 50 Jahren um rund zwei Drittel abgenommen. Die verbleibenden Gebiete sind oft zu klein und zu weit voneinander getrennt, um einer ausreichenden Zahl an Tieren langfristig ein Überleben zu sichern.

Ein einzelner Tapir benötigt aufgrund seiner Größe relativ viel Raum, um seinen Nahrungsbedarf zu decken. Kleine, isolierte Populationen sind durch Krankheiten, Inzucht und Feinde besonders stark gefährdet und können Verluste aufgrund ihrer langen Tragzeit und geringen Fortpflanzungsrate oft nicht ausgleichen. Viele Tiere wandern aus unzureichenden Gebieten ab und sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt.

Die Jagd auf Tapire stellt eine weitere Bedrohung dar. In vielen Regionen dienen diese Tiere vor allem der indianischen Bevölkerung als wichtige Proteinquelle. Das Fleisch eines Tapirs ernährt eine ganze Familie. Problematischer ist der kommerzielle Handel mit Tapirprodukten. Wegen der großen Nachfrage versorgen Wilderer die städtischen Märkte mit illegalem Wildfleisch (Bush meat). Aus Leder werden Gebrauchsgegenstände und Souvenirs gefertigt.
 

Die Situation der einzelnen Arten

In Brasilien geht ein Großteil des Wildfleisches auf Flachlandtapire zurück. Die Rodung der Palmwälder im Amazonasgebiet und der Regenwälder am Atlantik dezimieren die wichtigsten Lebensräume für diese Art. Man findet die Tiere überfahren am Straßenrand oder vergiftet durch Rückstände undichter Ölquellen oder Bergwerke. In Paraguay verkaufen Indianer Sandalen aus Tapirleder an Touristen.

In Belize dürfen Bairds-Tapire trotz Schutzstatus getötet und vermarktet werden, wenn sie Fraßschäden auf Feldern und Plantagen anrichten. Der Bau eines Staudammes zur Gewinnung von Elektrizität droht ein Reservat mit einzigartiger biologischer Vielfalt zu überfluten. Von der Halbinsel Yucatan in Mexiko sind Tapire seit den 1960er Jahren verschwunden, in Honduras und El Salvador gelten die Vorkommen ebenfalls als erloschen.





In einem Kiosk in Peru werden Füße eines Bergtapirs angeboten.
Foto: Alejandro Zegarra Pezo.



Die an Nebelwälder und Hochebenen (Paramos) angepassten Bergtapire gelten als Indikatoren für ein intaktes Ökosystem. Landwirtschaft und Rinderzucht in den Anden verursachen nicht nur Erosion, sondern übertragen auch Krankheiten auf Wildtiere. Aus Zehen und Ohren von Tapiren gewinnt man Salben, die als Heil- und Potenzmittel Absatz finden. Wilderer verschonen selbst von Forschern markierte Tiere nicht.

In Myanmar und Indonesien stehen Schabrackentapire seit den 1930er Jahren unter Schutz. Wegen fehlender Trophäen boten sie kein attraktives Ziel für Sportjäger. In Thailand werden Tiere trotz Rückzug auf Schutzgebiete illegal gejagt und Jungtiere auf Märkten für hohe Summen zum Verkauf angeboten. In Indonesien liegen die größten Vorkommen außerhalb von Schutzgebieten; Plantagenbesitzer und Teile der christlichen Bevölkerung erlegen Tapire zum Verzehr.


Schutzstatus

Die Internationale Naturschutzorganisation IUCN stuft den Bergtapir in der Roten Liste als stark bedroht (Endagered) ein, d.h. es besteht ein hohes Risiko für sein Aussterben in naher Zukunft. Bairds- und Schabrackentapir gelten als gefährdet (Vulnerable). Der Flachlandtapir wird wegen seiner weiten Verbreitung als weniger gefährdet (Lower risk near threatened) eingestuft, obwohl die Bestände in vielen Regionen drastisch abgenommen haben.

Alle vier Arten werden von CITES, der Konvention zum internationalen Handel bedrohter Arten, in Anhang I gelistet, der den internationalen Handel mit geschützten Tieren und deren Produkten verbietet. In einigen Ländern haben diese Richtlinien jedoch keinen Gesetzesstatus. In Französisch Guyana werden noch heute zahllose bedrohte Tierarten bejagt; einige Exponate gelangen auf dem Seeweg ohne Zollkontrollen in die Europäische Union.


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