Der Nachwuchsreigen dreht sich weiter. Nun kann auch der Duisburger Zoo mit einem jungen Flachlandtapir im Südamerika-Haus aufwarten. Der Zoo, vor allem bekannt durch seine Koala-Haltung und das Fossa-Zuchtprogramm (eine Schleichkatze Madagaskas) widmet sich seit einigen Jahren auch den Südamerikanischen Tapiren.
"Im Gegensatz zu den Verhältnissen in Afrika oder Indien, ist die Fauna von Südamerika nicht gerade mit Großtieren gesegnet. Das einzige Schwergewicht aus den Dschungeln und Steppen zwischen Amazonas und Anden ist tatsächlich der äußerlich an einen „Schwein in Stromlinienform“ erinnernde, verwandtschaftlich aber in die Nachbarschaft von Pferd und Nashorn gehörige Tapir dessen Duisburger Zuchtpaar von wenigen Tagen niedlichen - ferkelgroßen - Nachwuchs aufweisen konnte. Während erwachsene Tapire - mit bis zu 5 Zentnern Lebendgewicht die größten Wild¬tiere Südamerikas - ein eher seriös einfarbig braunes Haarkleid bevorzugen, zeigen sich Neugeborene in geradezu clownsmäßiger Musterung: ihre aus Kringeln, Flecken und frischlingsartigen Längsstreifen gemixte Fellzeichnung scheint im Helldunkel des Tropendickichts jedoch eine vorzügliche Tarnung zu sein, in deren Schutz die urtümlichen Geschöpfe schon im Eozän, also vor über 500 Millionen Jahren „über die Runden“ zu kommen verstanden. Übrigens große wie kleine Tapire tragen ihre Rüsselnase nicht etwa nach vorn gerichtet, sondern abwärts baumelnd, was ihren Harlekins-Eindruck noch um eine weitere Zutat bereichert."
Zoo Duisburg, September 2006
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