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Thema: Zoohaltung

In diesem Thema sind folgende Beiträge:

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  Aktuelles: Jetzt ist die WG im Zoo Dortmund perfekt!
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 04. August 2005, 23:43 Uhr
 
  Zoohaltung
1591 Aufrufe




Nach Monaten des Wartens und Testens ist die tiergärtnerische Sensation nun perfekt: Orang-Utans und Tapire teilen sich im Zoo Dortmund das Regenwaldhaus „Rumah hutan“ innen und außen. Seit einigen Tagen genießen „Suma“ und „Djarius“, die beiden Sumatra-Orang-Utans die Außenanlage des neuen Regenwaldhauses und inspizieren dort jeden Winkel. Auch die beiden Schabrackentapire „Aria“ und „Jinak“ sind zufrieden. Beide Arten nutzen gemeinsam die Außenanlagen. Streit gibt es in der tierischen WG bislang nicht. (Quelle: Stadt Dortmund, 01.08.2005)

Hoffen wir, dass es so bleibt und das "Experiment" auf Dauer glückt.
Bilder von der Regenwald-WG gibt es hier live zu sehen.



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  Aktuelles: Nachwuchs in Nürnberg
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Sonntag, 17. Juli 2005, 23:21 Uhr
 
  Zoohaltung
1544 Aufrufe




Am 12. Juli 2005 wurde in Nürnberg ein männlicher Schabrackentapir geboren. Es ist das zweite Junge von Mutter "Indah", die 1999 in den Tierpark kam. Wie Zootierarzt Dr. Neurohr gegenüber 4TAPIRS mitteilte, sind Mutter und Jungtier wohlauf. Nachzuchten dieser asiatischen Tapirart sind relativ selten und daher um so erfreulicher.

Auch die Flachlandtapire erwarten in diesem Sommer Nachwuchs. Beide Arten kann man im Tropenhaus des Tiergartens bewundern.



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  Aktuelles: "Superweib" tauft "Supernase"
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 14. Juli 2005, 23:28 Uhr
 
  Zoohaltung
1502 Aufrufe




Im Tierpark Hagenbeck gab es vor kurzem Tapirnachwuchs. Der am 18. Juni geborene Flachladtapir fand eine prominente Patin. Schauspielerin Veronika Ferres taufte den Kleinen nach einem brasilianischen Fluss auf den Namen "Joao".



Foto: Tierpark Hagenbeck



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  Aktuelles: Tapirgeburt in Antwerpen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 14. März 2005, 22:02 Uhr
 
  Zoohaltung
1178 Aufrufe




Am 14. Februar 2005 kam im Zoo Antwerpen ein Schabrackentapir zur Welt. Bilder des knuffigen Jungtiers und seiner Mutter mit weiteren Infos stehen auf der Webseite des Zoos.

 



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  Aktuelles: Haltungsstandards für Tapire erschienen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 14. März 2005, 21:53 Uhr
 
  Zoohaltung
1451 Aufrufe

 

 

Der Berufsverband der Zootierpfleger hat die AZA-Haltungsstandards zur Pflege von Tapiren in Menschenhand herausgegeben. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung einer von der amerikanischen Zoovereinigung verfassten Schrift. Sie enthält wichtige Informationen zu Unterbringung, Ernährung, Sozialverhalten, medizinischer Betreuung und Transport von Tapiren, die für alle Tapirhalter von Bedeutung sind. Ergänzt wird die gebundene Ausgabe durch Steckbriefe mit Fotos, Skizzen und Verbreitungskarten für jede Tapirart.

Einzelhefte sind ab sofort für 5,- (zzgl. Porto) verfügbar und können bestelllt werden unter: redaktion@zootierpflege.de



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  Aktuelles: Neues Regenwaldhaus im Zoo Dortmund
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Mittwoch, 01. September 2004, 18:15 Uhr
 
  Zoohaltung
1813 Aufrufe




Seit April 2004 sind die Dortmunder Schabrackentapire "Aria" und "Kakak Götz" im neuen Regenwaldhaus "Rumah hutan" zu sehen. Vater "Jinak" ist gestern im neuen Domizil eingetroffen: damit ist die Familie wieder komplett. In den nächsten Wochen dürfen auch die Orang-Utans in den Neubau umziehen. Der Zoo Dortmund möchte Tapire und Menschenaffen gemeinsam halten, was weltweit bisher einmalig ist.





Eine ausführliche Beschreibung vom Zoo Dortmund lesen Sie hier.



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  Schauwert: Alles Ansichtssache
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 29. August 2003, 13:43 Uhr
 
  Zoohaltung
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Bedeutung und Wandel

Die Existenz moderner Zoos seit mehr als 150 Jahren befriedigt ein menschliches Bedürfnis nach Kontakt mit Wildtieren. Fernsehen und Internet können diesen persönlichen Eindruck nicht vermitteln. Dadurch erreichen Zoos trotz mancher Kritik eine höhere Akzeptanz als andere Formen der Tierhaltung. In Deutschland zählen Zoos ca. 40 Millionen Besucher im Jahr, mehr als alle anderen Kultureinrichtungen und Sportveranstaltungen.

Zuneigung und Wissen lassen sich heute nur erfolgreich vermitteln, wenn Besucher eine Tierhaltung als ansprechend empfinden. Derzeit vollzieht sich ein Wandel von funktionalen Gehegen im "Badezimmerstil" zu naturalistischen Anlagen, in denen Tiere biologisch sinnvolles Verhalten zeigen. Fortschritte in Hygiene und Parasitenbekämpfung und bessere Kenntnisse der tierlichen Bedürfnisse haben diesen Schritt ebenso ermöglicht wie die gestiegenen Erwartungen eines zunehmend aufgeklärten und kritischen Publikums.





Naturalistische Anlagen mit Gemeinschaftshaltung sind für Tiere und Besucher attraktiv.



Der Schauwert einer Tierart stützt sich auf Aktionen der Tiere, ihre Beliebtheit (Bekanntheit) beim Publikum und eine geeignete Präsentation. Aktivität, Größe, Exotik, intelligentes verhalten, Zahmheit und das (Wieder-)Erkennen von Individuen fördern die Attraktivität. Die Beurteilung hängt auch von Bildungsstand und persönlicher Neigung des Betrachters und dem Zeitgeist ab.


Akzeptanz von Tapiren

Bei kaum einem Tier reichen die Meinungen derart weit auseinander wie bei Tapiren - von völliger Ablehnung über spöttische Belustigung bis zur totalen Begeisterung. Häufige Verwechslungen mit anderen Tierarten bestätigen den Bedarf an Aufklärung. Ob langweilig oder faszinierend, in jedem Fall regen Tapire die Phantasie ihrer Betrachter an.

Ihre tropische Herkunft und urtümliche Erscheinung bewirken den Reiz des Außergewöhnlichen. Es fehlt ihnen jedoch an "Trophäen" und überragender Körpergröße. Kleine Augen, Stummelschwanz und spärliche Behaarung wecken keine Sympathie. Als "gutmüthige, furchtsame und friedliche Gesellen", wie sie Alfred Brehm beschrieb, wird die Gefährlichkeit von Tapiren oft unterschätzt.

Der bewegliche Rüssel spricht die Leute an, vor allem wenn ein neugieriger Tapir damit ihre Witterung aufnimmt oder gar auf Tuchfühlung geht. Schrille Pfeiflaute und Versprühen von Urin besitzen einen Überraschungseffekt. Ausgiebige Bewegungs- und Sozialspiele lassen sich selten beobachten. Auch die attraktive Färbung der Jungtiere sich nur zeitlich begrenzt bestaunen.

Der Schabrackentapir fällt durch seine ungewöhnliche Zeichnung stärker auf, erreicht aber nicht die höchsten Sympathiewerte. Das größte Charisma besitzt der Bergtapir mit seinem "Clownsgesicht" und Bärenfell. Zu bedauerlich, dass diese attraktivste Art die mit Abstand seltenste im Freiland und im Zoo ist.


Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität

Firmen haben Tapire längst als Werbeträger entdeckt, und Auftritte in Tierfilmen und Kinderbüchern steigern das allgemeine Interesse an diesen Tieren. Eine Feuerwache in den USA hat einen Schabrackentapir aus Plüsch zu ihrem Maskottchen erklärt. Leibhaftige Vertreter dieser Art sind Patenkinder der bekannten WDR Sendung "Zimmer frei".

In Zoos sind Tapire vielfach nicht optimal präsentiert. Abgesehen davon, dass die Tiere in der Mittagszeit und vor allem bei Hitze ausgiebig ruhen, können reich strukturierte Gehege, ein ausreichendes Wasserangebot, Futter zur Beschäftigung und die Vergesellschaftung mit weiteren Tierarten zu erhöhter Aktivität beitragen. Gezielte Fütterungen, Wasserduschen oder Fellpflege durch Tierpfleger könnten die Anziehung zusätzlich steigern und gleichzeitig über die Tiere informieren.



Publikum und Tiere können sich bei diesem Gehege gegenseitig beschnuppern.



Die Anlagen sollten gut erreichbar sein, ohne von attraktiveren Nachbarn abgelenkt zu werden. Ein Abenteuer-Lehrpfad mit verschiedenen Einblicken in die Gehege kann Besucher am besten an die Tiere heranführen. Die Verwendung von Wassergräben oder Glas als Barrieren erleichtert auch die Sichtbarkeit ruhender Tiere. Aussichtspunkte mit Sitzgelegenheiten, eine ansprechende Beschilderung, Pflanzen auf Seiten von Besuchern und Tieren und die Nähe zu Wasser fördern Aufenthaltsdauer und Wohlbefinden.


Weitere Informationen

Stilblüten: Meinungen zum unbekannten Wesen
Portraits: Berühmte Tapire und ihr Stammbaum
Geschichten: Gefährliche und friedliche Begegnungen
Verhalten: Was Tapire alles können


Buchtipp zum Schauwert von Tapiren



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  Tierhaltung: Leben in der Wildnis ist kein Luxus
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Mittwoch, 20. August 2003, 17:28 Uhr
 
  Zoohaltung
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Haltungsgeschichte

Als die spanischen Eroberer 1519 in der Residenz des Aztekenherrschers Montezuma in Tenochtitlan eintrafen, fanden sie einen prächtigen Park mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Mittelamerikas vor; darunter befanden sich auch Tapire. Der 1990 gestürzte General Noriega hinterließ in Panama fünf Tapire aus seinem Privatbesitz, für die die Zoologische Gesellschaft von San Diego eine erfolgreiche Rettungsaktion startete.

Der erste Tapir, der nach Europa gelangte, war wahrscheinlich ein Flachlandtapir. Eine Wandermenagerie stellte ihn 1704 in Amsterdam als „Seepferd“ aus. Zu den ältesten Zoohaltungen im 18. und 19. Jahrhundert zählten der Jardin des Plantes in Paris, die Königlich Württembergische Menagerie in Stuttgart, der London Zoological Garden und der Zoo Berlin.

Die erste Geburt eines Flachlandtapirs erfolgte 1868 im Hamburger Zoologischen Garten. Schabrackentapire züchteten erstmals 1929 im Zoo Leipzig; den Grundstein für eine kontinuierliche Zucht, die zum Aufbau der heutigen Zoobestände führte, legten 1964 der Tiergarten Nürnberg und der Dallas Zoo. Baird’s-Tapire pflanzten sich 1960 im Tuxtla Gutierrez Zoo in Mexiko erstmals fort, Bergtapire 1977 im Los Angeles Zoo.





Diese Aufnahme zeigt eine Kreuzung aus Baird's- und Flachlandtapir.
Foto: Sheryl Todd, Tapir Preservation Fund



Die einzigen bekannten Tapir-Hybriden (Bastarde) züchtete der San Franzisko Zoo als Nachkommen eines weiblichen Baird’s- und eines männlichen Flachlandtapirs in den 1950er Jahren. Über den Verbleib der vier Jungtiere, von denen eines selbst wieder Nachkommen zeugte, ist fast nichts bekannt. Die gemeinsame Haltung verschiedener Arten wurde seitdem nicht mehr praktiziert, da sie für die Arterhaltung keinen Sinn macht.


Verständnis und Probleme

Viele Zoos halten Tapire als Bestandteil ihrer systematischen, tiergeographischen oder ökologischen Ausstellung. Größere Einrichtungen beherbergen gelegentlich mehr als eine Tapirart. Alle vier Arten hielten im Laufe ihrer Geschichte nur die Zoos von Los Angeles und San Diego. Aus Platzgründen können sich Zoos selten mehr als ein Zuchtpaar leisten. Die Gruppenhaltung mit einem erwachsenen Männchen (Harem) gelingt am ehesten bei Flachlandtapiren.




Sieben auf einen Streich!
Im Singapur Zoo gelingt die Gruppenhaltung der sonst recht eigenwilligen Schabrackentapire. Foto: Ilona Schappert



Mit Fortschritten in der Tiermedizin, Hygiene und Ernährung haben sich Lebenserwartung und Zuchterfolge von Zootieren deutlich verbessert. Bei Tapiren gibt es allerdings noch ungelöste Probleme: so sind sie für Gelenkbeschwerden und Erkältungen anfällig, während Unverträglichkeit mit Artgenossen oder Unfruchtbarkeit einiger Tiere die paarweise Haltung und Fortpflanzung einschränken.

Natürlich unterscheidet sich das Leben im Zoo von dem in freier Wildbahn. Der Tagesablauf wird durch die Tierpflege bestimmt, Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten sind begrenzt. Dafür brauchen die Tiere keine Nahrung und Partner zu suchen und werden vor Fressfeinden und Krankheiten geschützt.


Leben in Menschenhand

Unser Begriff von Freiheit ist nicht ohne weiteres auf Tiere übertragbar. Auch ein wildes Tier lebt in einem begrenzten Gebiet (Territorium), das so groß sein muss, dass es seine Bedürfnisse befriedigen kann. Wanderungen werden oft notwendig, um Hunger oder Kälte zu entgehen. Die besten Territorien müssen erobert und gegen Konkurrenten verteidigt werden.

Tapire können sich recht gut an von Menschen geschaffene Bedingungen anpassen, weshalb man nicht von „Gefangenschaft“ sprechen sollte. Raum ist dabei nicht das einzige Kriterium, sondern das Vorhandensein von bedeutenden Strukturen wie Tränke, Futterstelle, Liegeplatz, Kotstelle, Scheuerstelle, Sozialpartner etc. machen die Qualität einer Tierhaltung aus. Unter „artgerecht“ sollte man verstehen, dass Tiere ihre angeborenen natürlichen Verhaltensweisen ausführen können.





Die meisten Tapire sind leidenschaftliche Schwimmer.
Dieses Verhalten können sie nicht überall unter Beweis stellen.



Eine große Gefahr bei der Tierhaltung ist der Mangel an Beschäftigung. Die Herausforderung besteht darin, den Tieren ausreichend Abwechslung und neue Reize zu bieten, damit Sinne und Muskulatur immer wieder gefordert werden. „Langeweile“ empfinden nicht alle Kreaturen, aber Lethargie ist für die physische und psychische Gesundheit nicht gerade förderlich. In den letzten Jahren arbeiten Zoos verstärkt an Maßnahmen zur Lebensraumbereicherung (Environmental Enrichment).

Für Zoobesucher ist eine Haltung nicht unbedingt auf den ersten Blick zu beurteilen. Eine genaue Analyse der Arbeitsabläufe und ein Blick hinter die Kulissen sind dafür erforderlich. Wichtig sind abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßiger Auslauf und Schutz vor extremen Witterungseinflüssen. Den Tieren sollten begrünte Anlagen mit Bademöglichkeit zur Verfügung stehen. Futterzweige, Wasserduschen und die Vergesellschaftung mit anderen Tierarten sorgen für Beschäftigung.


Für Interessierte

Buchtipp zur Haltung von Tapiren 



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  Aufgaben: Von der Menagerie zum Naturschutzzentrum
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Mittwoch, 20. August 2003, 17:07 Uhr
 
  Zoohaltung
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Ziele und Methoden

Die meisten Menschen kennen Tapire aus Zoologischen Gärten. Zoos sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Tier und Mensch. Als kulturelle Einrichtungen mit hohem Freizeitwert können sie große Teile der Bevölkerung für wilde Kreaturen begeistern und den Naturschutzgedanken fördern. Die vier Bereiche Bildung, Erholung, Forschung und Naturschutz stellen die Schwerpunkte der Arbeit dar.

Ziele und Methoden für die Zoos des 21. Jahrhunderts sind in der Weltzoonaturschutzstrategie formuliert. In Europa sorgen zudem verschärfte Richtlinien für die Erfüllung gewisser Mindestvoraussetzungen. Konnten sich Tiergärten in den Anfängen auf das Sammeln und zur Schau stellen von exotischen Kuriositäten beschränken, müssen sich moderne Haltungen einer wachsenden Verantwortung für ihre Schützlinge stellen und den geforderten Bildungsanspruch erfüllen.

Dies wirkt sich auf die Auswahl der Tierarten und die Gestaltung der Gehege aus. Der Trend führt zu weniger Arten, die in einer zunehmend naturnahen Umgebung gezeigt werden. Nicht nur die Zucht vom Aussterben bedrohter Arten im Zoo (ex situ), sondern vor allem auch die aktive Unterstützung von Naturschutzprojekten vor Ort in verschiedenen Ländern (in situ) zählen Zoologische Gärten heute zu ihren wichtigsten Aufgaben.


Zuchtplanung

Alle vier Tapirarten werden in Zoos gehalten, sind jedoch sehr unterschiedlich repräsentiert. Vom Bergtapir leben nur wenige Exemplare in den USA und in Kanada. Geringe Fortpflanzungserfolge und Inzucht haben zu der Einsicht geführt, sich in Zukunft verstärkt für die Erhaltung dieser Art in ihren letzten Rückzugsgebieten in Ekuador und Peru zu engagieren.





Nur in ganz wenigen Zoos vertreten - der Bergtapir.



Flachlandtapire sind in Europa die mit Abstand am häufigsten anzutreffende Art, da sie sich leichter fortpflanzen und gut mit anderen Tierarten vergesellschaften lassen. Baird’s-Tapire gibt es in Europa nur in Wuppertal, sonst sind sie vor allem in USA und Mittelamerika zu sehen. Schabrackentapire lassen sich am besten in Asien halten, sind aber auch in Europa und USA zahlreich vertreten.

Haben Zoos ihren Tierbedarf früher durch Entnahmen aus der Natur gedeckt, gelangen heute praktisch keine Wildfänge mehr in diese Institutionen. Zur Koordination von sich selbst erhaltenden Beständen (Populationen) haben Zoos internationale Zuchtprogramme eingerichtet. Der Tiergarten Nürnberg führt z.B. seit 1989 das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Schabrackentapire.

Zuchtbücher enthalten Angaben zu Geburten, Todesfällen, Herkunft und Austausch aller Individuen der teilnehmenden Einrichtungen. Alterspyramiden, Geschlechterverteilung und Verwandtschaftsanalysen helfen bei der Zuchtplanung. Die Europäische (EAZA) und die Amerikanische Zoovereinigung (AZA) haben für Tapire jeweils ein eigenes Gremium, die sogenannte Taxon Advisory Group (TAG), zur Beratung von Haltungsfragen geschaffen.

Die meisten Tapire leben (noch) in freier Wildbahn. Zoos brauchen für sie keine „Arche“ zu bilden wie für Wildpferde (Equus ferus przewalskii) und Davidshirsche (Elaphurus davidianus), die im Freiland ausgestorben sind. Ihre Zucht muss nicht unmittelbar der Arterhaltung mit dem Ziel einer möglichen Auswilderung dienen. Die Haltung von Tapiren in Menschenhand sollte daher vor allem den Zweck erfüllen, diese Tiere als bedeutende Repräsentanten des Ökosystems Tropischer Regenwald vorzustellen.


Weitere Informationen

Begegnung: Zoos mit Tapirhaltungen
Links: Zooseiten, Zooverbände etc.


 



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