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Thema: Hintergrund

In diesem Thema sind folgende Beiträge:
  Verwechslungen: Baby-Elefant oder Riesen-Spitzmaus?
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 09. November 2006, 22:40 Uhr
 
  Hintergrund
2131 Aufrufe




Tapire werden häufig mit anderen Tierarten verwechselt. Tierpfleger und Info Ranger können ein Lied davon singen. Doch selbst Pädagogen sind gelegentlich überfragt, wenn sich die Beschilderung gerade nicht in Reichweite befindet. Eine systematische Sammlung umfasst 86 verschiedene Tierarten, Film- und Fernsehfiguren oder nicht mitgerechnet.

Hier sind die Top 10:

  1. Ameisenbär
  2. Nasenbär
  3. Schwein
  4. Flußpferd
  5. Elefant
  6. Nashorn
  7. Bär
  8. Panda
  9. Okapi
10. Erdferkel

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  Aktuelles: Neue Ausgabe von "Tapir Conservation" erhältlich
Verfasst von: admin am Dienstag, 27. Juni 2006, 10:35 Uhr
 
  Hintergrund
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Die aktuelle Ausgabe von Tapir Conservation, dem Newsletter der IUCN/SSC Tapir Specialist Group, ist erschienen. Schwerpunkt des Juni-Hefts ist das 3. Internationale Tapir Symposium, das im Januar 2006 in Argentinien stattfand, sowie spannende Beiträge aus Forschung und Naturschutz.

Die Ausgabe steht als PDF zum Download zur Verfügung.

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  Aktuelles: Artikel über Tapirhaltung
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 18. Februar 2005, 13:35 Uhr
 
  Hintergrund
2170 Aufrufe




Im Tiergartenrundbrief Ausgabe 2/2004 ist unter dem Titel "Geheimnisträger mit Geschichte" ein Artikel über 190 Jahre Haltung und Zucht von Tapiren in Deutschland erschienen. Der Beitrag behandelt Bestandsentwicklung, Haltungshinweise, biologische Besonderheiten und Naturschutzprojekte.

Der Tiergartenrundbrief ist beim Schüling Verlag im Jahresabo zu beziehen. Näheres unter www.tiergarten.com

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  Portraits: berühmte und weniger bekannte Persönlichkeiten
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 17. Oktober 2003, 18:03 Uhr
 
  Hintergrund
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Jeder Tapir ist ein Individuum mit eigenem Charakter und eigener Geschichte. Das weiß freilich nur, wer sich intensiv mit ihnen befasst. Tierpfleger schließen ihre Pfleglinge ins Herz, die sie tagtäglich versorgen, Zoobesucher besuchen ihre Lieblingstiere, für die sie vielleicht sogar eine Patenschaft übernehmen, und Forscher bauen eine Beziehung zu den ausgewählten Tieren auf, deren Leben sie über Jahre begleiten.

Bekannt oder gar berühmt werden nur wenige Tapire, die es schaffen, das Interesse der Medien zu wecken. Ausgewählte Beispiele erzählen hier die Lebensgeschichte von einigen Individuen.


Die Patenkinder von „Zimmer frei“

Wer kennt nicht Aria und Jinak, das Schabrackentapir-Paar aus dem Zoo Dortmund und Patenkinder der WDR „Zimmer frei“-Moderatoren Christine Westermann und Götz Alsmann. Ausführliche Infos und eine Live-Webcam aus der Tapir-WG stehen auf der Homepage von „Zimmer frei“. Einige Ergänzungen gibt es hier:

Jinak wurde als vierter Sprößling von Elli (*17.11.1985 in Dortmund) und Paul (*24.04.1988 in Mulhouse, Frankreich) am 2. Februar 2000 in Dortmund geboren. Mit vier Monaten verlor er leider seine Mutter, so dass ihn die Tierpfleger mit der Flasche aufpäppeln mussten. Vater Paul wurde später an den Zoo Berlin abgegeben.





Die Eltern von Jinak: Elli (links) und Paul (rechts)



Seine älteren Geschwister Girang (*27.08.1993), Hutan (*17.09.1995) und Indah (*15.05.1998) hat Jinak nie kennen gelernt, da sie zum Zeitpunkt seiner Geburt schon längst erwachsen waren und in anderen Zoos lebten.

Aria (*13.07.1996) hatte einen weiten Weg von Oklahoma City, USA, nach München zurückgelegt, wo sie mit Nemo (* 27.05.1994 in Nürnberg) für Nachwuchs sorgen sollte. Da sich die beiden partout nicht ausstehen konnten, gab sie der Tierpark Hellabrunn im Sommer 2000 nach Dortmund ab, um die verstorbene Elli zu ersetzen.

Hier freundete sich der junge Jinak mit ihr an; er betrachtete sie zunächst als Pflegemutter, später als Lebensgefährtin. Diese fruchtbare Beziehung war bald von Erfolg gekrönt: Am 2. August 2003 kam ein Junge zur Welt, der zu Ehren des großen Paten den Namen Kakak Götz erhielt.

Jinak’s große Schwester Indah hat einen anderen Weg ins Internet gefunden:


Das Baby im Logo von 4TAPIRS

Indah, was auf Indonesisch „die Schöne“ bedeutet, machte ihrem Namen als Baby alle Ehre. Der Eindruck, den sie bei einem Doktoranden hinterließ, reichte zur Abbildung auf dem Titel seiner Dissertation und zur Aufnahme ins Logo von 4TAPIRS.

Mit sechs Wochen war Indah schon recht aufgeweckt. Sie erkundete ihr Gehege selbstständig, tollte ausgelassen herum und versteckte sich im Gebüsch, während Mutter Elli nach ihr suchte. Sogar einem Raubtierpfleger, der sie abends in den Stall schicken wollte, jagte sie mit weit aufgerissenem Maul und heftigem Fauchen einen gehörigen Schrecken ein.



         

Indah im Alter von drei Wochen in Dortmund und genau ein Jahr später in Nürnberg.



Im zarten Alter von sieben Monaten kam Indah nach Nürnberg, um nach dem Tod von Nemo’s Eltern mit dem jungen Henk aus Amsterdam (*24.04.1997) eine neue Zuchtgruppe aufzubauen. Wegen ihrer weißen Flecken an Wangen, Hals und Schultern nannten sie die Pfleger „Flöckchen“. Anfangs verhielt sich das Schabrackenmädchen in der neuen Umgebung sehr zurückhaltend, erkundete die neue Anlage nur zögernd und traute sich nicht ins Wasserbecken, das sie von zu Hause nicht kannte.

Mit Henk verstand sich Indah ausgezeichnet und wurde bereits mit 18 Monaten trächtig. Leider führte eine Entzündung zur Fehlgeburt. Am 9. Mai 2002 klappte es dann mit dem Nachwuchs, einem Töchterchen – gerade rechtzeitig, um an einer Untersuchung zur Lebensraumbereicherung teilzunehmen. Von dieser stammt das Foto, das den Nachwuchs mit ungewöhnlich stark ausgeprägter Weißfärbung zeigt.





Indah im Spätsommer 2002 mit ihrer Tochter. Foto: Susanne Zenzinger




Vorschau auf weitere Portraits

- Stanley: Pflegekind im Zeichen von „Odyssee 2001“
- Mona: auf einer Briefmarke verewigt
- Carmina: Guter Ausgang einer schweren Geburt
- Lilith: Biblisches Alter für einen Tapir



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  Stilblüten: "Wie Karikaturen von Loriot"
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 29. September 2003, 19:37 Uhr
 
  Hintergrund
4640 Aufrufe




Es gibt kaum Unterhaltsameres und Aufschlussreicheres, als spontanen Äußerungen von Tapir-Beobachtern zu lauschen. Besonders die erste Begegnung mit diesen Tieren führt oft zu überraschenden Reaktionen. Kann ein Tier, das die Phantasie der Menschen derart beflügelt, langweilig und unbedeutend sein?

Einige Beispiele sind hier aufgeführt. Sie belegen nicht nur die große Bandbreite an unterschiedlichen Meinungen, sondern auch die starken Übereinstimmungen von Zoobesuchern dies- und jenseits des großen Teichs.







Erste Eindrücke

"Tiere gibt's – ich fass' es net."
"Der sieht lustig aus"
"Das Baby – ach Gott, zum Schießen!"
"Komm mal, hier ist so'n gruseliges Tier."
"Das ist so hässlich, dass es schon wieder schön ist."

"Oh my gosh!"
"It's a funny animal."
"The cutest thing I ever saw."
"He's ugly, Mami!"
"That is the most ugly thing I have seen in my life."
"He is cute, but his nose is ugly."


Gestalt

"Die sind so unförmig, diese Viecher."
"Ein Tier aus der Vorzeit – so schaut er auch aus."
"Da denkste wirklich, da ist 'ne Schülerzeichnung zum Leben erweckt worden."
"So sieht man aus, wenn man zu oft in der Nase popelt."
"Irgendwie erinnert mich des an de Großvatter."

"interesting ‚odd’ looking"
"he has a finger at the end of his face"
“It’s like a vacuum cleaner.”
"He looks like your dady watching television."


Färbung

"Das Tier sitzt nicht am Felsen, das ist das Tier!"
"Kuck mal, die ham Pampers um!"
"Da ist der Maler nicht fertig geworden."

"sieht aus wie an 'ner frisch gestrichenen Bank vorbeigerauscht"
"Das is ja niedlich – da hinten das Kleine im Schlafanzug."

"Is that real? I thought it was a rock!"
"I thought that was just a shadow."


Verhalten

"Irgendwie stehen die da wie bestellt und nicht abgeholt."
"Können die nur liegen, Mami?"
"Die stinken wie die Schweinchen."

"Der hat Schluckauf."
"Quietschen die immer so, oder sind das die Türen?"
"Schaut a bissel b'soffen so wie's läuft's."

"He's probably dead."
"He has a hickup."
"Look at him. He's peeing longer than me!"


Ansichten

"Wozu sind die gut außer zum Rumstehen und Grasfressen?"
"Da gibt's nicht mehr viel zu retten."
"Von der Größ' her wär' er schlachtreif."

"They stand o­n their four feet and eat."
"They'd give a lot of burgers."


Einordnung

"Des hot a net gewißt, wasses werre will."
"wie Elefanten mit amputiertem Rüssel"
"Das ist 'n Tier aus der Gentechnik."
"Das sind Trüffelschweine."
"Des is so groß – is glaub' ich a Kampfschwein."
"Die stammen wohl irgendwie von Maulwürfen ab."

“It couldn't decide what it wanted to be."
"It's like a combination of an anteater and a bear."
"It's a cross between an elephant and a horse."
"It's not a pig, but it's simulating a dead pig."
"Are they dinosaurs?"

 

Verwechslungen

Kaum ein Tier wird häufiger mit anderen Tierarten verwechselt oder verglichen als ein Tapir. Aus einer Untersuchung in Zoos sind inzwischen mehr als 100 Begriffe bekannt. An vorderster Stelle stehen Ameisenbär, Nasenbär und Schwein, gefolgt von Flusspferd, Elefant, Nashorn und Bär. Der Schabrackentapir wird nicht selten mit dem Großen Panda verwechselt. Aber auch Meerschweinchen, Wombat oder Seepferdchen sind gelegentlich zu hören.

Antiquierte und irreführende Zeichnungen aus Fachbüchern und auf Zooschildern tragen nicht gerade zur besseren Identifizierung bei. Gerade bei weniger bekannten Tieren sollte man auf eine möglichst realistische Darstellung achten.

Sind Aussehen, Färbung und Verhalten der Tiere für die meisten falschen Assoziationen verantwortlich, spielen auch Hör- und Lesefehler eine Rolle bei falschen Benennungen, z.B. „Schabernackentapir“, „Fakir“ oder „tape eater“. Der kindlichen Kreativität entspringen Namen wie „Rüsselmatz“ oder „Erdbär“.

Vor allem junge Zoobesucher erinnern Tapire auch an Trickfiguren und Sagengestalten. Zu diesen zählen unter anderem ALF, Gonzo, das Sams, Pumba, Hypno, Zwergnase und der Yeti. Prominente Persönlichkeiten wie die „Supernasen“ Thomas Gottschalk und Mike Krüger sowie Herbert Grönemeyer blieben ebenfalls nicht von Vergleichen mit den Rüsselträgern verschont.


Artikel über Verwechslungen von Tapiren

International Zoo News Vol. 47/3 (No. 300), April/May 2000


 



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  Geschichten: Abenteuer, Außergewöhnliches und Albträume
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 29. September 2003, 19:25 Uhr
 
  Hintergrund
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Über Tapire gibt es viel zu erzählen. Tauchen in Fachberichten gelegentlich phantasievolle Behauptungen auf, klingt dagegen manch wahre Begebenheit wie ein Märchen. Dieser Abschnitt widmet sich Geschichten von Personen, die sich intensiv mit Tapiren beschäftigt haben, und solchen, die unfreiwillige Bekanntschaft mit den Tieren gemacht haben.


Tapire auf Abwegen

Ausbrüche von Tapiren sind selten und bislang ohne Schaden für alle Beteiligten abgelaufen. Im Tiergarten Nürnberg stieg einmal ein Schabrackentapir in den relativ flachen Trockengraben, der mit Herbstlaub ausgekleidet war. Das Tier legte dort eine gewisse Strecke zurück und kletterte dann ins benachbarte Hirschebergehege. Die anwesende Bache war über den unerwarteten Besuch ziemlich erschrocken. Der Tapir interessierte sich aber nur für das frische Gras auf der Anlage.

Ein spektakulärer Ausbruch aus einem geschlossenen Gehege ereignete sich 1987 im Zoo Zürich. Dort sind die Flachlandtapire im Tierhaus durch eine Glasscheibe vom Besuchergang getrennt. Als eines Tages ein Besucher seinen Hut vor den Tieren auf und ab schwenkte, fühlte sich der sonst eher ruhige, handzahme Tapirmann Ojedo offenbar gereizt. Er setzte zum Sprung an, durchbrach die stabile Scheibe und landete im Besucherraum. Noch ehe jemand begriff, was geschehen war, drehte sich das Tier um und sprang durch das Loch wieder zurück ins Gehege. Der Tapir blieb dabei unverletzt. Dem Herrn mit Hut war die Lust am Winken gründlich vergangen.




Von einem Tapir durchbrochene Glasscheibe.
Foto: Heinz Kohler



Diese Beispiele zeigen u.a., dass die Tiere ihre Gehege als Lebensraum akzeptieren. Sonst würden sie wohl kaum freiwillig zurückkehren und eine Gelegenheit zur Flucht nutzen. Nach diesen Zwischenfällen haben die genannten Zoos am Trockengraben Geländer zum Besucherweg angebracht bzw. im Besuchergang Panzerglasscheiben eingebaut, um ausreichende Sicherheit zu gewährleisten.


Vorschau auf weitere (wahre) Geschichten

- Die Adoptivmutter
- Der Tapir-Flüsterer
- Geläuterter Großwildjäger
- Angriffe im Urwald


Weitere Informationen

Portraits: Geschichten von Tapiren



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  Name & Mythos: Missverständnisse, Mutmaßungen und Magie
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 22:12 Uhr
 
  Hintergrund
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Namensgebung

Der Name Tapir ist auf die indianische Tupi-Sprache zurückzuführen und bedeutet so viel wie „dick“. Damit ist die dicke Haut dieser Tiere gemeint, die von den Eingeborenen als Leder genutzt wird. In der Guaraní-Sprache bezeichnet „tapchire“ ein Tier mit großem Rumpf und kurzen Beinen, das in enger Beziehung zum Wasser steht und übel riecht.

Wissenschaftler leiteten von diesen Begriffen die latinisierte Form „Tapirus“ ab. Der Name „Tapir“ ist heute bei einheitlicher Schreibweise, aber durchaus unterschiedlicher Betonung, weltweit eingeführt. In der deutschen Sprache findet man als Artikel der oder das Tapir. Für die geringe Beschäftigung mit diesen Tieren spricht das Fehlen eindeutiger Bezeichnungen für Männchen, Weibchen und Jungtiere, wie man sie von Nashörnern (Bulle, Kuh, Kalb) kennt.

Die in portugiesisch oder spanisch sprechenden Ländern häufig verwendete Bezeichnung „Anta“ oder „Danta“ geht auf europäische Einwanderer zurück, die unbekannten Tieren in der Neuen Welt Namen von ihnen bekannten Tierarten gaben: Anta bedeutet Elch, der wie der Tapir ein großes, waldbewohnendes Tier mit auffallend gekrümmter Nase ist und sich gerne in Sumpfgebieten aufhält.

In verschiedenen Sprachen existieren Dutzende von Namen, die zum Teil auf andere Tierarten anspielen. In China nennt man den Tapir auch „Me“, in Indonesien „Badak“ (Nashorn). Die amerikanischen Arten beschreiben Begriffe wie „jimba kush“ (Bergpferd), „cash-i-tzimin“ (Pferd des Dschungels), „sacha vacha“ (wilde Kuh), „mountain cow“ (Gebirgskuh) oder „gran bestia“ (großes, wildes Tier).

Der Name „Schabrackentapir“ bezieht sich auf den Vergleich mit einem schwarzen Reitpferd, dem eine weiße Prunkdecke über den Rücken gelegt wurde. Eine alte, schrullige Frau ist damit eigentlich nicht gemeint. In älterer Literatur taucht für den Schabrackentapir auch der Name Rhinochoerus (Nasenschwein) auf.


Mythos

Der thailändische Name „P'som-sett“ (Mixtur) für den Schabrackentapir geht auf einen alten Volksglauben zurück, nach dem der Schöpfer den Tapir aus den Resten geformt haben soll, die nach der Vollendung aller anderen Tiere übrig geblieben waren. In einigen Regionen Indonesiens gelten die weißen Körperteile als genießbar und die schwarzen als giftig. In Myanmar (Burma) glaubte man, der Genuss des Fleisches könne Lepra verursachen.

Von der vielfältigen Tierwelt und ihrer Bedeutung für die Ureinwohner Südamerikas zeugen großflächige Felszeichnungen auf dem Cerro Pinturas in den kolumbianischen Amazonaswäldern. Sie werden auf über 500 Jahre geschätzt. Auf einer ca. 25 m hohen und 50 m breiten Fläche sind auch zwei lebensgroße Tapire abgebildet.





Die Felszeichnungen in Kolumbien versetzen Betrachter in Erstaunen. Foto: Aldo Brando.



Ein Fabeltier, das in bezug zum Urelefanten Mastodon steht, verlieh dem Bergtapir den Namen „Pinchacus“. Die Inkas pflegten über 2000 Jahre lang einen Tapir-Kult. Schamanen schrieben den unsymmetrischen Füßen magische Kräfte zu. Der große Penis brachte den Tapir in den Ruf eines Verführers („Macho de Monte“). Verhaltensweisen wie laute Schreie und Versprühen von Urin stellten außerdem einen Bezug zur Epilepsie her, die gleichsam als Ausdruck dämonischer und göttlicher Energie galt.

Verkrusteten Einschlüssen aus dem Darm von Tapiren (Enterolithen) schrieb man eine heilende Wirkung gegen Epilepsie zu. Der Aberglaube hat in der Volksmedizin bis heute überlebt, wenn sich bisweilen auch ein Bedeutungswandel vollzogen hat. Amulette aus Knochen und Zähnen gelten heute in Ecuador als Glücksbringer für Erfolg in Liebe und Beruf.


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Gefährdung

 



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  Entdeckung: Dem Rätsel auf der Spur
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 22:05 Uhr
 
  Hintergrund
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Entdeckungsgeschichte

Frühe Wissenschaftler wussten mit Tapiren wenig anzufangen. Carl von Linné, Begründer der biologischen Nomenklatur, beschrieb den Flachlandtapir 1766 als Hippopotamus terrestris (Land-Flußpferd). Berichten eines Naturwissenschaftlers, der 1772 in Sumatra ein schwarz-weiß gefärbtes Nashorn gesehen hatte, wollte man zunächst nicht glauben.

Die ersten Hinweise auf Tapire erreichten Europa um das Jahr 1500. Frühe Beschreibungen und Skizzen sind meist recht ungenau, da Informationen zunächst nur mündlich überliefert wurden und Zeichner das Tier selbst of nicht zu Gesicht bekamen. Die abendländische Wissenschaft stieß zuerst auf den Mittelamerikanischen Tapir. Von der ersten schriftlichen Erwähnung anno 1516 bis zur wissenschaftlichen Beschreibung 1865 vergingen sage und schreibe 349 Jahre.





Chinesisches Weihgefäß in Gestalt eines jungen Schabrackentapirs, 13. Jh. v. Chr.
Die Skulptur aus Bronze gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen.
Foto mit freundl. Genehmigung von Dr. Herbert Butz, Museum für Ostasiatische Kunst, Berlin



Wenige Funde und ein unklares Verbreitungsgebiet hatten im 19. Jahrhundert zur Beschreibung von zwei zentralamerikanischen Arten, Tapirus bairdii und Tapirus dowii, geführt. In der Literatur ist als Folge davon gelegentlich von fünf Tapirarten die Rede (zuletzt 1960). Als Synonym für den Baird’s-Tapir (benannt nach dem US-amerikanischen Naturforscher Spencer F. Baird) findet auch der etwas übertriebene Begriff „Riesentapir“ Verwendung.

Die einheimische Bevölkerung in Asien und Südamerika kennt Tapire schon seit tausenden von Jahren. Schabrackentapire wurden in chinesischen Schulbüchern erwähnt. Aus der Zhou-Dynastie stammt ein rund 3000 Jahre altes Weihgefäß aus Bronze, das einen jungen Tapir darstellt. Die Abbildung wurde lange Zeit als Elefant gedeutet.


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Name & Mythos
Gefährdung


 



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  FAQ: Was Sie schon immer über Tapire wissen wollten und nie zu fragen wagten
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 21:57 Uhr
 
  Hintergrund
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Viele Menschen kennen Tapire nur aus Büchern oder von Tierfilmen. Selbst ein Besuch im Zoo lässt noch einige Fragen offen. Deshalb versuchen wir hier Antworten auf die häufigsten Fragen zu geben.







Wie groß ist ein Tapir?

Die Vorstellungen schwanken zwischen der Größe von Katzen und Kühen. Neugeborene Tapire sind nicht viel größer und schwerer als eine Katze, während ausgewachsene Tiere an Größe und Gewicht ein Schwein übertreffen. Ein Tapir reicht einem 1,80 Meter großen Menschen etwa bis zur Hüfte. Wenn er sich auf die Hinterbeine stellt, misst er allerdings gut 2,50 Meter.


Wie alt können diese Tiere werden?

Gemessen an Tieren vergleichbarer Größe erreichen Tapire ein recht hohes Alter. Einige Tiere leben im Zoo über 30 Jahre. Die meisten sterben allerdings früher. Abnehmende Leistung, Zahnausfall, Verletzungen oder Krankheiten reduzieren die Lebenserwartung. Im Freiland sind diese Gefahren größer als in Menschenobhut.


Wer sind ihre nächsten Verwandten?

Ihre Verwandtschaft sieht man Tapiren nicht ohne weiteres an. Aufgrund von Verhalten, Körperbau, Genetik und Entwicklungsgeschichte gehören sie zu den Unpaarhufern wie Nashörner und Pferde. Man könnte sie scherzhaft als „Keinhörner“ bezeichnen. Ähnlichkeiten mit Ameisenbären, Schweinen oder Elefanten sind rein zufälliger Natur.
> Merkmale und Evolution


Was fressen Tapire?

Tapire sind viel zu groß, um sich von Ameisen zu ernähren, was viele irrtümlich glauben. Wie alle Unpaarhufer bevorzugen sie pflanzliche Kost: Heu, Blätter, Obst und Gemüse. Mit ihrem Rüssel können sie Zweige pflücken und ins Maul führen, wo sie die kräftigen Zähne zermahlen. Hin und wieder verzehren sie auch ein Stück Fisch oder Fleisch. (Vorsicht Finger!)
> Lebensweise und Zahlen & Fakten


Wozu dient die eigenartige Färbung beim Schabrackentapir?

Schabracke bedeutet so viel wie Sattel. Die weiße Körpermitte sorgt für eine optische Unterbrechung des Körperumrisses und macht das Tier bei wechselnden Lichtverhältnissen schwerer sichtbar. Man braucht sich nur einen Tapir im Halbschatten oder vor einem Steinhaufen anzuschauen, um diesen Effekt zu erkennen. Das Flecken- und Streifenmuster der Jungtiere erfüllt einen ähnlichen Zweck.
> Lebensweise und Name & Mythos


Welche Geräusche machen Tapire?

Zur Begrüßung verwenden die Tiere einen stimmlosen Klicklaut, der wie ein Schluckauf klingt. Als Kontaktruf und bei Erregung stoßen sie schrille Pfiffe von unterschiedlicher Intensität aus, die über eine größere Entfernung zu hören sind. Außerdem können Tapire schnauben. Hin und wieder hört man sie auch schnarchen oder nach dem Genuss von Lauch pupsen.


Welchen Geruch strömt ein Tapir aus?

Es ist nicht immer einfach, zwischen dem Eigengeruch der Tiere und dem der unmittelbaren Umgebung zu unterscheiden. Da Tapire gerne ins Wasser koten, kann es vor allem in Zoogehegen entsprechend unangenehm duften. Die Tiere selbst sollen nach einer treffenden Beschreibung wie eine Kiste voller Salatköpfe riechen.


Wie fühlt sich ein Tapir an?

Tapire haben kurze, borstige Haare, die den Körper nur spärlich bedecken. Der Rüssel ist weicher (wie eine Pferdeschnauze) und an seiner Spitze feucht. Die Haut ist ölig und sondert feinen Schorf ab. Sie fühlt sich ein wenig wie eine benutzte Fußmatte an. Die Unterhaut, aus der man Leder gewinnen kann, ist derb und wirkt wie ein leichter Panzer. Zum Kuscheln eignen sich nur Bergtapire, die eine dünnere, zarte Haut und ein dichteres, wolliges Fell besitzen.


Warum bekommt man so selten Jungtiere zu sehen?

Tapirbabys sind, wie die meisten jungen Tiere, besonders ansprechend. Allerdings ist die Jugend mit der besonderen Färbung nur ein kurzes Stadium im Leben eines Tapirs. Da sich nicht alle Tapire regelmäßig fortpflanzen und nach einer Tragzeit von 13 Monaten meist nur ein Junges zur Welt bringen, muss man oft recht lange auf dieses Ereignis warten.


Warum werden Tapire im Zoo oft alleine gehalten?

Im Umgang mit Artgenossen sind Tapire ziemlich wählerisch. Einige Individuen vertragen sich überhaupt nicht oder nur für kurze Zeit mit Partnern. Außerdem werden Väter oft von Müttern und ihrem Nachwuchs getrennt, um mögliche Streitereien auszuschließen, die zu Verletzungen führen könnten.
> Tierhaltung


Sind diese Tiere gefährlich?

Manche Tapire werden zahm wie Hunde und genießen jede Streicheleinheit. Ihre ruhige Erscheinung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tapire – auch ohne erkennbaren Grund – überraschend aggressiv werden können. Mit ihren scharfen Zähnen und der Wucht ihres massigen Körpers können sie Menschen schwer verletzen und in einigen Fällen sogar töten.
> Geschichten


Kann man sie als Haustiere halten?

In Asien und Südamerika werden junge Tapire gelegentlich als Haustiere gehalten. Oft wandern sie in diesem Fall in den Kochtopf, wenn sie nicht vorher an falscher Ernährung sterben. Ausgewachsen passen sie in keine Wohnung und sind am besten in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben. Im Gegensatz zu Schweinen oder Pferden wurden Tapire nie domestiziert, d.h. nicht für ein Leben mit Menschen gezüchtet.
> Geschichten


Wodurch sind Tapire am meisten gefährdet?

Die größte Gefahr geht von der Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums aus. Landwirtschaftliche Plantagen und Viehhaltung beanspruchen immer größere Flächen. Tropische Wälder fallen auch dem Bau von Siedlungen und Straßen zum Opfer. Tapire stehen zwar unter Schutz, leben aber häufig außerhalb von geschützten Gebieten.
> Gefährdung


Kann man Tapire essen?

Tapire werden in einigen Regionen wegen ihres Fleisches gejagt, das ähnlich wie  Rindfleisch schmecken soll. Eine Delikatesse sind sie nicht gerade. Ihre Größe macht sie jedoch für die einheimische Bevölkerung zu einer lohnenden Beute: ein Tier kann eine ganze Familie … ernähren. Offiziell ist die Bejagung verboten.
> Gefährdung


Warum sollte man Tapire schützen?

Je besser wir diese Tiere erforschen können, desto mehr erfahren wir über ihre Bedeutung: Als große Pflanzenfresser beeinflussen sie das Wachstum tropischer Wälder durch Fraß, Dung und die Ausbreitung von Samen. Welche Auswirkungen ihr Verschwinden auf das sensible Gleichgewicht haben würde, können wir nicht abschätzen.
> Lebensweise, Zahlen & Fakten und Gefährdung


Wie lange gibt es schon Tapire auf der Erde?

Tapire sind eine recht alte Gruppe innerhalb der Säugetiere. Sie haben sich vor rund 50 Millionen Jahren parallel zu den Urpferden entwickelt. Unsere eigenen Vorfahren waren damals nicht größer als Eichhörnchen und sprangen noch von Baum zu Baum. Tapire waren in früheren Epochen weiter verbreitet als heute. Überreste hat man z.B. in Schiefer- und Teergruben bei Darmstadt und Los Angeles gefunden.
> Evolution


Warum gibt es diese Tiere?

Tapire sollte jeder nach seiner Gesinnung als Produkt der natürlichen Evolution oder der Schöpfung verstehen und akzeptieren. Sie haben bereits lange auf der Erde gelebt, bevor es Menschen gab. Als Teil eines Ökosystems erfüllen sie eine Rolle, die wir gerade erst zu verstehen beginnen.


Wie kommt man zu einem Tapir als Lieblingstier?

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Die Gründe, weshalb Menschen auf Tapire aufmerksam werden, sind sehr unterschiedlich: ein Besuch im Zoo, ein Referat für die Schule, ein Kinofilm, ein Streit mit dem Partner… Bei näherer Beschäftigung mit diesen Tieren stellen dann einige fest, dass es sich um beeindruckende Wesen handelt und schließen sie ins Herz.


Wissensdurstige finden im Abschnitt Zahlen & Fakten Antworten auf weitere Fragen.



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