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Thema: Forschung

In diesem Thema sind folgende Beiträge:
  Forschungsprojekte: Feldforscher leisten Pionierarbeit
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 19. Januar 2004, 19:33 Uhr
 
  Forschung
2146 Aufrufe




Die Tapir Specialist Group zählt alleine 16 von ihren Mitgliedern durchgeführte Projekte; davon entfallen sechs auf Flachland-, vier auf Baird's, vier auf Berg- und zwei auf Schabrackentapire. Besonders aufschlussreiche Daten sind von Langzeitstudien im Freiland zu erwarten. Beispielhaft ist hier für jede Art ein Projekt ausgewählt.

Charles R. Foerster führt das Baird’s Tapir Project im Corcovado National Park in Costa Rica durch. Seit 1995 wurden im Regenwald an der Pazifikküste 27 Tapire untersucht und mit Radiosendern versehen. Telemetriedaten und direkte Beobachtungen geben Aufschluss über Aktionsradius, Fortpflanzung, Überlebensraten, Populationsdichte und genetische Verwandtschaft der Individuen.

Patrícia Medici hat mit ihrem Team seit 1996 mehr als 20 Flachlandtapire im Morro do Diabo State Park an der Atlantikküste Brasiliens besendert. Hier verlassen die Tiere häufig die Grenzen des Schutzgebietes auf der Suche nach Nahrung und Partnern. Aktivitätsmuster, Ausbreitungswege, Größe der Territorien und Gesundheitsstatus der Tiere lassen sich so ermitteln.

Craig C. Downer begann bereits 1989 mit der Erforschung der Bergtapire im Sangay National Park in Ecuador, wo er ihr Verhalten und ihre Nahrungspflanzen analysierte. Aktuell stehen die Einflüsse von Jagd und Viehhaltung auf das sensible Ökosystem im Vordergrund. Dazu werden auch Wissen, Gewohnheiten und Ziele der Einwohner entlang der Parkgrenzen erfragt.

In Malaysia startete 2002 unter Leitung von Bengt Holst ein Gemeinschaftsprojekt des Copenhagen Zoo und des Malaysian Department of Wildlife and National Parks, das die Lebensweise von Schabrackentapiren und deren Einflüsse auf das Ökosystem untersucht. Das Pilotprojekt findet im Krau Wildlife Reserve statt, wo sich die sehr scheuen und vorsichtigen Tiere bisher aber nur schwer fassen lassen.


Über aktuelle Projekte informiert die Tapir Specialist Group auf ihrer Webseite (im Aufbau) und im zweimal jährlich erscheinenden Newsletter.



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  Forschungsprojekte: Zoo & Co
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 19. Januar 2004, 19:30 Uhr
 
  Forschung
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Eine Übersicht folgt...

 



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  Fragen: Was wollen wir wissen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 19. Januar 2004, 19:28 Uhr
 
  Forschung
2180 Aufrufe




Die Zahl der Tapir-Projekte ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Dabei werden sowohl Grundlagenforschung in Feld und Zoo betrieben als auch angewandte Aspekte der Ökologie und Wildtierhaltung untersucht. Verbesserte technische Voraussetzungen erweitern heute das Spektrum möglicher Fragestellungen. Doch auch klassische Methoden können noch neue Erkenntnisse liefern.


Forschen im Feld

Feldprojekte spielen eine wichtige Rolle bei der Erforschung von Tapiren. Eine wachsende Zahl an Studien widmet sich den Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum, wo noch erstaunlich wenig über ihre Lebensweise und Bedürfnisse bekannt ist.

Fährten, Fraßspuren, Dunghaufen und Knochen verraten viel über ihre Urheber, wenn eine direkte Beobachtung nicht möglich ist. Fotofallen erlauben die Identifizierung von geblitzten Individuen. Zur genaueren Verfolgung mittels Radiotelemetrie oder GPS (letzteres eignet sich nur in wenig bewaldetem Gelände) müssen die Tiere zum Anbringen eines Senders gefangen werden. Bei dieser Gelegenheit führt man auch Messungen und medizinische Untersuchungen durch.

Die unterschiedlichen Methoden, zu denen molekulargenetische Analysen von Blut-, Haar- oder Kotproben ebenso zählen wie die Befragung der einheimischen
Bevölkerung, liefern wertvolle Informationen.

Populationsdichte, Ab- und Zuwanderung, Alters- und Geschlechtsverteilung sowie bevorzugte Aktivitätszeiten unterscheiden sich in Regionen mit und ohne Bejagung. Die Größe von Territorien (home ranges), Fortpflanzungsrate, Mortalität, Überlebensrate von Jungtieren und Verwandtschaft zwischen Individuen sind bei der Bewertung von Schutzgebieten zu berücksichtigen.

Bevorzugte Nahrung, Einfluss auf die Vegetation durch Fraß- und Trittschäden oder durch Ausscheiden von Samen helfen, die ökologische Bedeutung abzuschätzen. Qualität des Lebensraums, Aktivitätszeiten, Nahrungsbedarf und Zusammenleben mit Artgenossen ergänzen das Allgemeinwissen und ermöglichen die Planung einer verhaltensgerechten Tierhaltung.


Forschen im Zoo

Zootiere eignen sich aufgrund leichter Identifiziebarkeit, bekannter Geschichte und guter Beobachtbarkeit zur Klärung grundlegender Fragen unter relativ gut kontrollierbaren Bedingungen. Einige dieser Erkenntnisse helfen beim Umgang mit wildlebenden Tieren.

Hinweise zur Diagnose von Krankheiten oder Trächtigkeit, zum Einsatz von Narkose- und Beruhigungsmitteln und zur richtigen Ernährung resultieren aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit den Tieren. Inwieweit Ergebnisse der besser untersuchten, verwandten Gruppen der Nashörner und Pferde auf Tapire übertragbar sind, muss zum Teil noch geprüft werden.

Lautäußerungen, Bewegungsmuster, Blutwerte und Hormonspiegel lassen sich mit Aufnahme- und Labortechniken analysieren. Physiologische Prozesse, die Partnerwahl und Fruchtbarkeit beeinflussen, mögliche Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit, 24-Stunden-Rhythmus oder die Existenz und Bedeutung von Hautdrüsen sind noch nicht ausreichend geklärt.

Die vergleichende Verhaltensforschung deckt zum Beispiel die Bandbreite der sozialen Umgangsformen, Intensität von Mutter-Kind-Beziehungen, Funktionen des Rüssels, Art der Nahrungsaufnahme, Motivationen für Wasseraufenthalte und Tauchdauer auf, die im natürlichen Lebensraum meist verborgen bleiben.

Möglichkeiten zur Lebensraumbereicherung (environmental enrichment) und die Haltung mit anderen Tierarten kann man unter Zoobedingungen testen. Auch die Beobachtung und Befragung von Zoobesuchern ist ein Mittel, von dem die Tierhaltung profitieren kann.


Weitere Informationen

Projekte
Biologie: Lebensweise



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  Überblick: Dem Rätsel auf der Spur
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 19. Januar 2004, 19:23 Uhr
 
  Forschung
2201 Aufrufe




Bedeutung und Geschichte

Forschen befriedigt unsere Neugier. Aber viel mehr noch kann Wissenschaft helfen, Zusammenhänge aufzudecken und Prozesse zu verstehen, die für unsere Sicht der Welt und damit auch für unser Überleben und von Bedeutung sind. Die Funktion eines Ökosystems und die Bedürfnisse seiner Bewohner zu kennen, ist eine wichtige Voraussetzung, um Natur wirkungsvoll schützen zu können.

Im Vergleich zu anderen Tiergruppen wissen wir bis heute relativ wenig über Tapire. Obwohl diese Tiere schon lange bekannt sind, haben sich nicht allzu viele Forscher mit ihnen befasst. Ein Grund liegt sicher in ihrer verborgenen Lebensweise in schwer zugänglichem Gelände. Vielleicht fehlt auch ein enger Bezug oder die Hoffnung auf spektakuläre Ergebnisse.

Namhafte Zoologen haben sich mit Tapiren befasst: Alfred E. Brehm widmete dem zeitgenössischen Wissen über Schabrackentapire mehrere Seiten in der einzigen Ausgabe seiner Fachzeitschrift „Der Thiergarten“ (1864), und Charles Darwin erwähnte das Tarnkleid der Jungtiere in seinem Standardwerk „The Descent of Man“ (1871).

Die Grundlagenforschung war in Deutschland mit Arbeiten zur Paläontologie, Morphologie und Verhaltensforschung vertreten. Wolfgang von Richter erstellte 1966 zum ersten Mal einen umfassenden Verhaltenskatalog von Flachland- und Schabrackentapiren und testete Lern- und Gedächtnisleistung. Dies sollte für 35 Jahre die einzige Doktorarbeit über Tapire in Tiergärten bleiben.

Als Pionier der Feldforschung darf Keith D. Williams gelten, der in den späten 1970er Jahren die Ernährung von Schabrackentapiren im Taman Negara National Park in Malaysia untersucht hat. Zur gleichen Zeit ging Valery J. Terwilliger auf Tuchfühlung mit den Baird’s-Tapiren auf Barro Colorado Island, einer Insel im Panamakanal.


Institutionen und Aktivitäten

Das privat geführte Tapir Research Institute (TRI) in Kalifornien sammelte von 1969 bis 1971 erstmals grundlegende Informationen von Zoologischen Gärten zur Haltung von Tapiren. Die zum Teil veröffentlichten Daten sind bis heute gefragt, das umfangreiche Videoarchiv ist leider einem Brand zum Opfer gefallen. 1996 trat die Initiatorin Sheryl Todd mit dem Tapir Preservation Fund (TPF) an die Öffentlichkeit.

Die IUCN/SSC Tapir Specialist Group (TSG) und die Taxon Advisory Groups der internationalen Zoovereinigungen sind heute die einzigen Institutionen, die Forschungsprojekte anregen und koordinieren können. Als Mitglied des Research Committees der Europäischen Zoovereinigung (EAZA) betreut Dr. Udo Gansloßer auch Tapirprojekte.

Universitäten oder Zoos vergeben häufig thematisch, methodisch und zeitlich begrenzte Facharbeiten. Die zum Teil bemerkenswerten Ergebnisse werden leider nicht immer in Fachzeitschriften veröffentlicht. Das Internet erleichtert hier den Informationsaustausch erheblich.

Eine Unterstützung ist bei den meisten Projekten nur in Form von Sachmitteln möglich. Langzeitstudien sind auf Fördermittel von Instituten und Organisationen sowie auf Spenden angewiesen. Die Tapir Specialist Group hat mit dem Tapir Preservation Fund in 2003 den TSG Conservation Fund ins Leben gerufen, um wichtige Vorhaben zu unterstützen.

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