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Thema: Biologie

In diesem Thema sind folgende Beiträge:

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  Aktuelles: Weltrekord - Tapirzwillinge geboren!
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Samstag, 30. Juni 2007, 15:45 Uhr
 
  Biologie
4395 Aufrufe

Aus dem Wildife Conservation Centre, Sungai Dusun, Selangor, Malaysia, wurde vor kurzem ein Weltrekord gemeldet: Es handelt sich um die erste Geburt von Zwillingen bei Schabrackentapiren.


 

  Aktuelles: Ausgezeichneter Artikel über Tapire
Verfasst von: admin am Sonntag, 30. Oktober 2005, 00:15 Uhr
 
  Biologie
2199 Aufrufe




Die Veröffentlichung "Lebende Fossilien geben Rätsel auf", die am 24. August im Mannheimer Morgen erschienen ist, belegte beim Wettbewerb Hauptsache Biologie den dritten Platz. Der mit 20.000 Euro dotierte Jahrespreis wird von der Promega GmbH in Mannheim für Naturwissenschaftler und Journalisten ausgelobt, die wissenschaftliche Fakten für eine breite Öffentlichkeit anschaulich und verständlich darstellen. Die Autoren Dr. Karin Urich, Redakteurin beim Mannheimer Morgen, und Dr. Stefan Seitz, Biologe und Mitherausgeber des Tapir Conservation Newsletter, erhalten für den gemeinsam verfassten Beitrag insgesamt 3.000 Euro.



Preisverleihung am 27. Oktober 2005 im Zoo Berlin (v.l.n.r.): Dr. Ulrich Scheller (Jury), Prof. Dr. Garabed Antranikian (Schirmherr), Dr. Peter Quick (Promega GmbH), die Preisträger Dr. Karin Urich und Dr. Stefan Seitz, Dr. Norbert Lossau (Jury).  
Bild:
www.deelight.biz


Mehr zum Wettbewerb Hauptsache Biologie erfahren Sie auf der Seite von Promega.

Zur Bewertung der Jury lesen Sie bitte weiter...


 

  Aktuelles: Bergtapir im Los Angeles Zoo geboren
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 20. Oktober 2003, 15:39 Uhr
 
  Biologie
3259 Aufrufe

 

Eine gute Nachricht kommt aus dem Los Angeles Zoo. Dort wurde am 10. Oktober ein männlicher Bergtapir geboren. Von dieser Art lebt weniger als ein Dutzend in Zoologischen Gärten.



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  Aktuelles: Geburt eines Schabrackentapirs im Woodland Park Zoo
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Montag, 06. Oktober 2003, 18:28 Uhr
 
  Biologie
2164 Aufrufe




Am 30. September kam im Woodland Park Zoo, Seattle, USA, ein Schabrackentapir zur Welt. Auf der Webseite des Zoos gibt es wunderschöne Fotos und ein Video von der Geburt des Babys zu sehen, das bereits eine deutlich abgesetzte Schabracke zeigt.

Mehr Infos und Fotos im Species Spotlight: Malayan Tapir Birth!



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  Verhalten: Tapire können mehr, als man glaubt
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:56 Uhr
 
  Biologie
2512 Aufrufe




Die vier Tapirarten zeigen trotz langer getrennter Entwicklung in verschiedenen Erdteilen große Gemeinsamkeiten in ihrem Verhalten. Viele Eigenschaften wie Bewegungsmuster oder Reaktionen auf bestimmte Reize verändern sich nur langsam und eignen sich zusätzlich zu anatomischen und genetischen Merkmalen als Nachweis für die Abstammung von gemeinsamen Vorfahren.

Auszüge aus einem umfangreichen Verhaltenskatalog (Ethogramm) werden später an dieser Stelle veröffentlicht.




Großer Ameisenbär bei der Inspektion von Körperöffnungen.
Der Tapir zeigt bereitwillig alles her.



Besondere Verhaltensweisen

- der Rüssel als Werkzeug
- treffsichere Urindusche
- Spaziergang unter Wasser
- Unterhaltung mit Schluckauf
- umwerfende Zärtlichkeit
- erstaunliche Erektion


Für Interessierte

Buchtipp zum Verhalten von Tapiren 


 



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  Zahlen & Fakten: Für Neugierige und Fortgeschrittene
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:48 Uhr
 
  Biologie
2536 Aufrufe




Eine kurze Einführung reicht nicht aus, um die Besonderheiten dieser Tiergruppe ausreichend darzustellen. Deshalb gibt es an dieser Stelle zu verschiedenen Themen nähere Informationen, die besonders wissbegierigen Besuchern einen tieferen Einblick in die Biologie von Tapiren ermöglichen.


Körpermaße

Tapire erreichen eine Schulterhöhe von 80 bis 120 Zentimeter und eine Kopf-Rumpf-Länge von 180 bis 250 Zentimeter und liegen damit in der Größe zwischen Schwein und Esel. Der Schwanz wird nur wenige Zentimeter lang. Weibchen sind meist etwas größer und schwerer als männliche Tiere.


Gewicht


Ausgewachsene Tapire wiegen zwischen 200 und 400 Kilogramm. Einige Schabrackentapire sollen sogar 500 Kilogramm auf die Waage bringen. Weibchen der amerikanischen Tapire sind in der Regel zwischen 25 und 100 Kilogramm schwerer als die Männchen. Das Geburtsgewicht liegt zwischen 4 und 13 Kilogramm. Das sind nur 2 bis 3 Prozent des mütterlichen Gewichts – kein Wunder, dass man einem Weibchen die Trächtigkeit kaum ansehen kann. Ein kleiner Tapir ist nicht (viel) schwerer als ein Säugling. In den ersten Monaten nimmt er allerdings wesentlich schneller zu: rund 500 Gramm pro Tag. 


Ernährung

Mit maximal 42-44 Zähnen packen, pflücken und zerkleinern Tapire ihre Nahrung. Das Gebiss setzt sich aus 12 Schneide-, 4 Eck-, 14 bis 16 Vorbacken- und 12 Backenzähnen zusammen und arbeitet quetschend. Als Besonderheit sind im Oberkiefer nicht die Eckzähne, sondern die äußeren (dritten) Schneidezähne verlängert und zugespitzt.
Der Magen ist relativ klein, da die Verdauung von Zellulose – dem Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden – mit Hilfe von Bakterien im langen Blinddarm (Caecum) und im Dickdarm (Colon) stattfindet.


In Kürze mehr…

Wie alt werden Tapire?
Wie schnell können sie laufen?
Wie lange werden Babys gesäugt?


Steckbrief

Flachlandtapir
Bergtapir
Baird's-Tapir

Schabrackentapir



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  Lebensweise: Sauna - Vegetarier - Single
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:35 Uhr
 
  Biologie
2706 Aufrufe




Lebensraum und Lebensweise

Tropische, immergrüne Wälder sind der bevorzugte Lebensraum von Tapiren. Ihre gedrungene Gestalt, die kleinen, tief sitzenden Augen und der kurze Schwanz eignen sich hervorragend zur Fortbewegung im dichten Unterholz. Mit ihren weichen Sohlenpolstern bewegen sich die Tiere praktisch lautlos auf dem Waldboden und überwinden dank der beweglichen Hufe selbst steile Böschungen und andere Hindernisse mit Geschick.



Zwischen natürlicher Vegetation sind Tapire hervorragend getarnt.



Tapire sind vor allem in der Dämmerung aktiv und verbringen die heißen Stunden des Tages ruhend im Dickicht verborgen. Ihr dunkles, erdfarbenes Fell tarnt die Tiere zusätzlich. Die weiße Körpermitte des schwarz gefärbten Schabrackentapirs löst die Körperumrisse im Wechsel von Licht und Schatten auf (Somatolyse); dieser Effekt ist besonders gut bei Mondschein wirksam.

Die Tiere nutzen zum Teil feste Pfade (Wechsel), die wie Tunnel durch das Buschwerk führen und häufig am Ufer von Flüssen direkt ins Wasser münden. Tapire können hervorragend schwimmen und tauchen und suchen das Wasser zur Abkühlung und zum Schutz vor Feinden und Parasiten auf. Ihr gut ausgeprägter Geruchssinn hilft ihnen bei der Suche nach Nahrung und bei der frühzeitigen Erkennung von Feinden.


Ernährung und Feinde

Als Nahrung dient eine vielseitige Pflanzenkost aus Blättern, Zweigen, Früchten, Gräsern und Wasserpflanzen, von denen sie jeweils gezielt kleinere Mengen auswählen. Dieses Verhalten sorgt für eine ausgewogene Ernährung und schützt vor möglichen Vergiftungen. Besonders schmackhafte junge Triebe finden sie auf Lichtungen oder in Ufernähe. An Salzlecken werden lebenswichtige Mineralstoffe aufgenommen. Nach verschiedenen Berichten fressen Tapire gelegentlich auch etwas Fleisch oder Fisch (Aas).

Als Pflanzenfresser (Herbivoren) beeinflussen Tapire die Entwicklung des Waldes, zum einen durch Niedertrampeln und Verzehr von Pflanzenteilen, zum anderen durch die Ausbreitung von Samen und Früchten. Von abgebrochenen Zweigen profitieren kleine Hirsche wie Muntjaks oder Pudus, für die diese Nahrung sonst nicht erreichbar wäre. Die Samen mancher Bäume und Sträucher keimen besser, wenn sie von Tapiren unzerkaut geschluckt und an anderer Stelle mit dem nährstoffreichen Kot wieder ausgeschiedenen werden.

Ausgewachsene Tapire haben als Feinde vor allem Tiger, Leoparden oder Jaguare zu fürchten. Bei Gefahr ergreifen Tapire meist die Flucht und preschen abseits ihrer Pfade durchs Gebüsch, bis sie ihre Verfolger abgeschüttelt haben. Die dicke Haut im Nacken hilft, Attacken von Raubkatzen abzuwehren. Oberflächliche Wunden, die sie sich durch Bisse, Tatzenhiebe oder Vorbeischrammen an spitzen Zweigen zuziehen, verheilen meist schnell. Die größte natürliche Bedrohung für diese Tiere stellen die Aktivitäten von Menschen dar.


Sozialverhalten und Fortpflanzung

Tapire leben überwiegend als Einzelgänger. Die intensivste Bindung besteht zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs. In einigen Fällen bleiben auch Paare außerhalb der Fortpflanzungszeit zusammen. An wichtigen Futter- oder Wasserstellen treffen gelegentlich mehrere Tiere zusammen. Verstreut lebende Partner finden sich im dichten Wald aufgrund von Duftmarken (Kot, Urin) und schrillen Pfiffen, die vor allem paarungsbereite (brünstige) Weibchen äußern.





Nach 13 Monaten Tragzeit bringen Weibchen an einem geschützten Platz ein einzelnes Jungtier zur Welt. Es verbringt die ersten Tage in einem Versteck, wo es von der Mutter gesäugt wird. Das frischlingsartige Flecken- und Streifenmuster gleicht Lichtflecken auf dem dunklen Waldboden und dient der Tarnung. Später begleitet das Jungtier die Mutter auf ihren Ausflügen, bis es nach etwa einem Jahr eigene Wege geht.


Weitere Informationen

Zahlen & Fakten
Gefährdung




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  Evolution: Auch Tapire haben einmal klein angefangen
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:29 Uhr
 
  Biologie
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Frühe Entwicklung

Tapire erscheinen dem Betrachter wie Relikte aus einer vergangenen Zeit. Tatsächlich sind sie von allen Unpaarhufern am ursprünglichsten geblieben und werden deshalb auch als Lebende Fossilien bezeichnet. Zu den ursprünglichen Merkmalen zählen zum Beispiel die Ausprägung der Füße und des Gebisses. Die Zahl der Zehen und Zähne von Tapiren ist mit denen der Urpferde (Hyracotherium) identisch.

In Gestalt und Lebensweise ähnelten die Vorfahren der Tapire den Urahnen der Pferde sehr stark. Beide waren kleine Waldbewohner, deren Ursprung vor rund 50 Millionen Jahren (Eozän) in Europa und Nordamerika lag. Aus der einen Linie gingen die späteren Nashörner und Tapire hervor (Unterordnung Ceratomorpha), während sich die andere Linie zu den Pferdeartigen entwickelte (Unterordnung Hippomorpha).

Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Gruppen ist anhand von Fossilfunden nachvollziehbar. Den Urtapiren fehlte der typische Rüssel, was ein vollständig erhaltenes Skelett aus der Grube Messel bei Darmstadt belegt. Veränderungen traten bei späteren Formen vor allem an Schädel und Gebiss auf. Seit etwa 25 Millionen Jahren (Oligozän) sind die typischen Tapirmerkmale vorhanden.


Ausbreitung und Artbildung

Ein relativ warmes, feuchtes Klima und bestehende Landverbindungen über den Nordatlantik bzw. die Beringstraße ermöglichten vor rund elf Millionen Jahren (Miozän) die Ausbreitung zahlreicher Arten über Europa, Asien und Nordamerika. Nach Südamerika gelangten Tapire erst nach Entstehung des Isthmus von Panama vor etwa drei Millionen Jahren (Pliozän). Zu Beginn der Eiszeiten vor rund 1,8 Millionen Jahren (Pleistozän) starben die meisten Formen in Europa und Nordamerika aus.

Die überlebenden Vertreter wanderten nach Mittel- und Südamerika bzw. nach Südostasien ab. Dies erklärt die heute weit voneinander getrennten (disjunkten) Verbreitungsgebiete der amerikanischen und asiatischen Tapire. Bis in die jüngere Zeit lebten weitere Tapirarten auf der Halbinsel Florida sowie auf den Inseln Sumatra und Java. In China existierte eine Großform, die doppelt so schwer wurde wie der Schabrackentapir.





Verbreitungsgebiete der vier heute existenten Tapirarten. Die Ausbreitungswege dieser und weiterer, bereits ausgestorbener Formen sind mit Pfeilen markiert.



Molekulargenetische Untersuchungen belegen die engste Verwandtschaft zwischen Flachland- und Bergtapir. Die drei amerikanischen Arten sind wahrscheinlich näher miteinander verwand als mit dem Schabrackentapir aus Asien. Trotz der langen eigenständigen Entwicklung gibt es genügend Gemeinsamkeiten, um alle vier Arten unter dem Gattungsnamen Tapirus zusammenzufassen.

Während sich Vertreter der verwandten Nashörner und Pferde an neu entstandene Graslandschaften angepasst haben, sind Tapire dem Lebensraum Wald treu geblieben. Mit Hilfe ihres Rüssels haben sie neue Nahrungsquellen erschlossen und sich gegen die Konkurrenz der wiederkäuenden Paarhufer behauptet.

Trotz ihrer langen Geschichte und altertümlichen Erscheinung sind die heute lebenden Tapire unsere Mitbewohner in der Gegenwart. Sie werden auch weiterhin aus eigener Kraft verstehen zu überleben, sofern wir ihnen die Voraussetzungen dafür nicht entziehen.


Weitere Informationen

Merkmale
Gefährdung


 



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  Merkmale: Was den Tapir zum Tapir macht
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Freitag, 26. September 2003, 20:22 Uhr
 
  Biologie
3159 Aufrufe




Verwandtschaft

Obwohl Tapire (Familie Tapiridae) von ihrer äußeren Gestalt eher Schweinen ähneln und ihr kurzer Rüssel an Elefanten erinnert, sind sie am engsten mit Nashörnern verwandt. Dies belegen sowohl die Auswertung von Fossilfunden wie auch genetische Untersuchungen. Gemeinsam mit Nashörnern und Pferden bilden Tapire die Gruppe der Unpaarhufer (Ordnung Perissodactyla). Als Träger von Haaren und Milchdrüsen gehören sie selbstverständlich zu den Säugetieren (Klasse Mamalia).

Im Laufe ihrer Entwicklung (Evolution) haben Tapire bestimmte Merkmale ausgebildet, durch deren Besitz sie sich als einheitliche Gruppe mit gemeinsamer Abstammung definieren lassen. Die Familie der Tapire umfasst heute vier Arten: Flachland-, Berg- und Baird's-Tapir in Süd- und Mittelamerika und den Schabrackentapir in Südostasien.


Rüssel

Charakteristisch für Tapire ist ihr kurzer, muskulöser Rüssel, der eine Verlängerung von Nase und Oberlippe darstellt. Das flexible, d.h. verlängerbare und nach allen Seiten bewegliche Gebilde, setzen die Tiere zur Aufnahme von Gerüchen, zum Abtasten von Gegenständen und zum Greifen von Zweigen ein. Ein kleiner Wulst an der Spitze des Rüssels hilft dabei. Die Urtapire haben diesen Rüssel noch nicht besessen. Die mit dessen Ausprägung verbundenen Veränderungen am Schädel - stark nach hinten versetzte Nasenöffnung, fehlende knöcherne Scheidewand und größere Ansatzflächen für die Muskulatur - verleihen dem Schädel sein längliches Aussehen.





Gebiss

Das Gebiss aus niedrigkronigen (flachen), mit zwei Querleisten versehenen Mahlzähnen ist auf die Verarbeitung von faserarmer Blattnahrung ausgelegt. Die große Lücke (Diastema) zwischen Eck- und Mahlzähnen ist typisch für pflanzenfressende Säugetiere. Mit den Schneidezähnen wird die Nahrung festgehalten und abgebissen, die Mahlzähne besorgen das Zerkleinern der Futterstücke. Die Abnutzung der Zähne ist im Gegensatz zu Pferden als überwiegenden Grasfressern nicht so stark, aber die Kaumuskeln sind zum Zerquetschen von Nahrung gut ausgebildet. Wie bei Nashörnern und Pferden findet die Verdauung mit Hilfe eines großen Blinddarms statt; Tapire sind keine Wiederkäuer.


Fußskelett

Tapire besitzen vier Zehen an jedem Vorderfuß und drei Zehen an jedem Hinterfuß. Im Vergleich zu uns Menschen fehlt ihnen der erste Finger ("Daumen") und die erste und fünfte Zehe ("große" und "kleine" Zehe). Das Endglied jeder Zehe ist von einem länglichen Huf bedeckt. Die nachwachsende Hornschicht der Hufe ist relativ weich und nutzt sich beim Gehen wieder ab. Die Anatomie des Fußskeletts ist maßgeblich für die Namensgebung der Unpaarzeher (Perissodactyla = Mesaxonia), da die Hauptlast des Körpers auf dem dritten (mittleren) Strahl im Hand- und Fußskelett ruht. Dieser bleibt bei den Einhufern mit reduzierter Zehenzahl als einziger bestehen.


Weitere Informationen

Evolution
Zahlen & Fakten
Verhalten



Steckbrief

Flachlandtapir
Bergtapir
Baird's-Tapir

Schabrackentapir


 



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  Bergtapir: Die attraktivste Art
Verfasst von: Dr. Stefan Seitz am Donnerstag, 25. September 2003, 21:35 Uhr
 
  Biologie
2438 Aufrufe




Wissenschaftlicher Name
  
Tapirus pinchaque 


Weitere Bezeichnungen

Wolltapir



         

Bergtapir - Männchen (links) und Jungtier (rechts, Foto: Tad Motoyama, Los Angeles Zoo)



Beschreibung

Der Bergtapir ist die kleinste und seltenste Tapirart. Er kommt nur in den Bergregionen der Anden vor, wo sein Bestand durch landwirtschaftliche Nutzung und direkte Verfolgung stark bedroht ist. Als einzige Art besitzt er ein weiches, dichtes Fell, das ihn vor intensiver UV-Strahlung und vor Kälte schützt. Die Tiere fördern die Ausbreitung und Keimfähigkeit zahlreicher Nahrungspflanzen.


Besondere Merkmale

längere Behaarung mit dichter Unterwolle, Schädelprofil konvex (nach außen gewölbt)


Färbung

tief dunkelbraun bis kohlschwarz, im späten Jugendstadium rotbraun, weißer Lippensaum, z.T. weißer Haarsaum an den Spitzen der Ohrmuscheln, Hufe grau, an der Basis z.T. etwas heller

Jungtiere rot- bis schwarzbraun, Kehle, Brust und Bauch weißlich, mit weißen, unterbrochenen Linien und Flecken


         

Bergtapir - Profil mit typischen Merkmalen (links) und Schädel (rechts, nach HERSHKOVITZ 1954)




Skizze des rechten Vorderfußes



Größe

Kopf-Rumpf-Länge ca. 180 cm, Schulterhöhe 75-80 cm, Schwanzlänge < 5 cm


Gewicht

150-250 kg, Weibchen meist etwas schwerer als Männchen


Lebensraum

Bergwälder, Nebelwälder und Hochebenen (Paramos) in den Anden bis zur Schneegrenze, 2.000-4.500 m ü.N.N.


Verbreitungsgebiet

Höhenlagen der Anden in Kolumbien, Ecuador, Peru





Verbreitung des Bergtapirs
Grafik aus: BROOKS, D. M., BODMER, R. E., MATOLA, S. 1997:
Tapirs - Status Survey and Conservation Action Plan.
IUCN/SSC Tapir Specialist Group. IUCN, Gland and Cambridge.



Unterarten

keine


Schutzstatus
  
IUCN* Rote Liste: Endangered = bedroht
CITES**: Anhang I = internationales kommerzielles Handelsverbot


Bestandszahlen

Freiland ca. 2.500, Zoohaltung ca. 10 Tiere


* International Union for the Conservation of Nature
** Convention o­n International Trade in Endangered Species


Weitere Informationen

Merkmale
Lebensweise
Zahlen & Fakten


 



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